11.03.2018 - 12:16 Uhr
Kümmersbruck

Kümmersbruck legt Haushalt vor Sportliche und realistische Ziele

Der Haushalt der Gemeinde Kümmersbruck stellt einen Rekord auf: Er beträgt 27 Millionen Euro. 8,5 Millionen Euro will die Gemeinde heuer investieren. Dafür muss sie keine weiteren Schulden aufnehmen, weil die Einnahmen dank steigender Einkommensteuer sprudeln.

Es ist eines der Ziele, die sich die Gemeinde Kümmersbruck gesteckt hat: das neue Verwaltungs- und Sozialgebäude am Bauhof. Bild: e
von Klaus HöglProfil

Im Vorjahr umfasste der Etat 23,850 Millionen, davon 18 Millionen (ein Plus von 8,43 Prozent gegenüber 2017) im Verwaltungshaushalt und 9 Millionen (Vorjahr 7,25 Millionen) im Vermögenshaushalt. Der ist zwar so hoch wie noch nie und dennoch: "Der Haushalt ist alles andere als aufgebläht. Er ist vielmehr die gelungene Kombination aus guten finanziellen Möglichkeiten, die uns heuer zur Verfügung stehen, und aus zukunftsweisenden Vorhaben, denen wir uns dieses Jahr und in den nächsten Jahren stellen", erklärte Bürgermeister Roland Strehl. Das Gremium erteilte dem Zahlenwerk grünes Licht.

Immerhin sehe das Investitionsprogramm für 2018 Ausgaben in Höhe von 8,5 Millionen Euro vor, wie Kämmerer Reinhold Wagner erklärte, nachdem 2017 schon ein Investitionsergebnis von rund 4 Millionen Euro zu Buche stehe.

Mehr Einkommensteuer

Die Vilsbrücke Theuern, Bauhoferweiterung, Feuerwehrgerätehaus Kümmersbruck, Wendeplatz in Penkhof das sind die Beispiele, die Wagner in der Sitzung für das Jahr 2017 stellvertretend anführte. "Die Aufstellung eines ausgeglichenen Haushalts ohne Darlehensaufnahme ist nur möglich, da auch die Einnahmen, allen voran die Einkommensteuer, noch einmal kräftig steigt", sagte Wagner. Auch die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 2,7 Millionen Euro (wie 2017) tragen zum hohen Verwaltungshaushalt in Höhe von insgesamt 18 Millionen Euro bei.

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde wird auch immer gerne als Parameter für die finanziellen Möglichkeiten herangezogen. Kümmersbruck kann dabei beruhigt sein: Mit nur 446 Euro pro Einwohner liegt die Gemeinde weit unter dem Landkreisschnitt (1383 Euro pro Einwohner) und auch unter dem Landesdurchschnitt von 793 Euro pro Einwohner. Im Vorjahr waren es noch 508 Euro. Die Schlüsselzuweisung bezifferte der Kämmerer auf 2,48 Millionen (im Jahr 2017 waren es 2,1 Millionen), die Kreisumlage erhöht sich aufgrund der gestiegenen Umlagekraft bei gleichbleibendem Hebesatz von 44 Prozent auf fast 4,1 Millionen Euro.

Die Personalkosten betrugen 2016 noch 2,79 Millionen Euro oder 285,22 Euro pro Einwohner. 2017 waren sie 2,98 Millionen Euro hoch (302 Euro pro Einwohner). "Das Anwachsen des Verwaltungshaushaltes verdanken wir der guten Einnahmesituation", sagte Strehl. Genauer gesagt: der Anteil der Einkommensteuer, die 6,4 Millionen Euro beträgt. Dadurch habe die Kommune die Möglichkeiten, ihre Aufgaben zu stemmen, ohne die Gemeinde mit neuen Schulden zu belasten. "Das gelingt uns jetzt zum vierten Mal in Folge." Strehls Fazit: "Für 2018 sind die Investitionen sportlich, aber auch durchaus realistisch."

So sehen die Fraktionen das Zahlenwerk

Breiten Raum im Beitrag von Fraktionssprecher Manfred Moser (SPD) nahm das Hallenbad ein: Er forderte die Einstellung eines dritten Schwimmmeistergehilfen in Vollzeit. "Das ist wegen neuester Technik notwendig. Außerdem stehen die Vertretungen aus Rieden und Kastl ab April nicht mehr zur Verfügung." Dies wurde von der CSU-Mehrheit abgelehnt. Außerdem wies Moser bei der Entwicklung der Einnahmen hin: "Waren es 2016 bei rund 56 000 Besuchern noch Einnahmen von etwa 128 000 Euro, waren es 2017 bei mehr als 59 000 Besuchern nur circa 127 000 Euro an Eintrittsgeldern. Der Ansatz für 2018 wurde sogar auf nur 110 000 Euro gesenkt", monierte er. Der SPD-Sprecher ging auf ein entstandenes Defizit von 336 000 Euro in 2017 ein, die Ansätze 2018 weisen ein solches von rund 343 000 Euro aus. Hinzu kämen aber auch noch jeweils rund 180 000 Euro an kalkulatorischen Kosten, was laut Moser bedeute, dass jedes Jahr ein Defizit von über 500 000 Euro erzielt werde.

In Sachen Westumgehung wies Moser darauf hin, dass auch die Stadt Amberg mit der Baumaßnahme gerechnet habe. Er forderte, in Zusammenarbeit mit der Stadt Verhandlungen mit den Behörden aufzunehmen. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Fraktionssprecher Markus Graf (CSU) lobte, "dass es auch heuer gelungen ist, einen ausgewogenen und soliden Haushalt aufzustellen". Besonders erwähnenswert: "Die Darlehensaufnahmen für das Jahr 2018 sind gering, obwohl wichtige Investitionen und große Projekte anstehen." Die Ausgewogenheit bei den Investitionen (Vilsbrücke Theuern, Bauhof Lengenfeld, Brücke Gärmersdorf, Dorfstodl Moos, Neubaugebiet Köfering, Neubaugebiet Haselmühl, Dorfplatzerneuerung Kümmersbruck) hob Graf hervor. Sie belegten, dass "die gemeindlichen Investitionen quer durch die Gemeinde verteilt sind und allen Ortsteilen zugute kommen".

Laut Markus Graf ist "Kümmersbruck eine Gemeinde mit Mehrwert", weil Infrastruktur ständig erneuert und gewartet werde. Außerdem könne es sich Kümmersbruck leisten, ein Hallenbad zu unterhalten. "Die Besucherzahlen steigen noch immer." (e)

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