26.04.2018 - 17:58 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Anfang Mai geht es für die U-17-Nationalspielerin zur EM nach Litauen Laura Donhauser liebt den Fußball

Fußball ist ihr Leben: Der Alltag der Familie Donhauser dreht sich völlig um das runde Leder. Jetzt steht Tochter Laura vor einem ihrer größten Erfolge: Sie darf mit der U 17-Nationalmannschaft zur EM nach Litauen. Für die Verteidigerin des FC Amberg und FC Bayern München etwas ganz Besonderes.

Eine Familie, die den Fußball liebt: Vater Gerhard, Mutter Birgit und Bruder Manuel Donhauser sind mächtig stolz auf die 16-jährige Laura (Zweite von links). Anfang Mai darf die U 17-Nationalspielerin mit zur Europameisterschaft nach Litauen fahren. Bild: Wilcke
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Köfering . Der Sportplatz vom SV Hubertus Köfering ist nur einen Steinwurf vom Elternhaus entfernt, die Mama und der Papa haben schon in der Jugend gekickt und der Bruder steht zwischen den Pfosten beim FC Amberg: Laura Donhauser ist der Fußball eigentlich schon in die Wiege gelegt worden. Oder zumindest war es nahe liegend, dass sie auch eines Tages der Leidenschaft Fußball verfällt. Seit ihrem fünften Lebensjahr jagt Laura dem Lederball hinterher. "Jeder in der Familie hat Fußball gespielt oder spielt noch. Mir macht es einfach großen Spaß", erklärt die 16-Jährige.

Doch Laura betreibt den Fußball für ein 16-jähriges Mädchen sehr professionell: Dreimal in der Woche übt sie auf dem Trainingsplatz beim FC Amberg, bei dem sie derzeit noch mit Jungs zusammenspielt. "Das ist sehr gut, denn die nehmen auch im Zweikampf keine Rücksicht, weil du ein Mädchen bist", sagt sie schmunzelnd. Es stärke sie und mache robuster. Einmal in der Woche geht es aber zu einer Einheit des FC Bayern München, wo Laura mit Mädchen zusammenspielt. Eine ganz andere Welt, wie die 16-jährige Defensivspielerin sagt: "Der Campus ist ein Traum. Es gibt so viele Trainingsplätze und alle sind in einem top Zustand." Gleichzeitig heißt das aber auch: viel Pendelei - und Eltern, die stark zeitlich gefordert sind. "Wir brauchen von Köfering etwa zwei Stunden zum Training", sagt Vater Gerhard. Da bleibe viel Zeit auf der Strecke, aber "freilich sind wir stolz auf Laura. Sie möchte das. Also unterstützen wir sie."

Auf nach Litauen

Jetzt steht Laura vor einem der wichtigsten Schritte in ihrer Fußballkarriere: Die Verteidigerin bekam erneut eine Einladung vom Deutschen Fußballbund: Am 5. Mai geht es für sie und ihre Teamkameradinnen der U 17-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Litauen. In der Gruppenphase trifft Laura mit dem Team zunächst auf Gastgeber Litauen, die Niederlande und Finnland.

Papa Gerhard, dem jetzt schon anzumerken ist, dass er aufgeregt ist, begleitet seine Tochter nach Litauen. Der Flug, das Hotel und ein Mietwagen seien schon für ihn und einen Freund gebucht, verrät er. "Auf der Tribüne verfolge ich Lauras Spiele dann ganz genau." Die Familie zittert derweil zu Hause auf dem Sofa ums Weiterkommen der Nationalmannschaft. "Hoffentlich sind die Spiele wieder im Fernsehen zu sehen", sagt Mama Birgit, die früher auch in der Abwehr spielte - damals allerdings noch als Libero in Haselmühl. "Es ist ja auch nicht alltäglich, dass ein Familienmitglied im Fernseher zu sehen ist", schiebt Bruder Manuel mit Stolz hinterher.

Mittlere Reife und EM

Für Laura sind diese Wochen extrem aufregend: In der ersten Maiwoche steht noch ein Länderspiel in Tschechien an, dann die Europameisterschaft: Da steht sie übrigens nicht nur auf dem Rasen. Die 16-Jährige muss dort nebenbei auch fleißig für ihre Prüfungen der Mittleren Reife an der Schönwerth-Realschule lernen. Da es auch anderen Mädchen in der Mannschaft so geht, fährt ein Lehrer mit nach Litauen. Zwischen Spielvorbereitung, Turnierpartien und Regeneration heißt es also auch Schulaufgabe schreiben, Hausaufgaben erledigen und Lernstoff in den Kopf zu bringen.

Anfang August fängt dann für die 16-Jährige ein neuer Lebensabschnitt an: Laura zieht von zu Hause aus - in den Olympiastützpunkt Bayern in München. Dann fällt die viele Pendelei von der Oberpfalz weg und Laura besucht neben dem Trainingsalltag die Fachoberschule. "Danach könnte ich mir gut etwas bei der Bundeswehr oder der Polizei vorstellen", überlegt der Teenager. Für Mama Birgit ein schwieriger Schritt, aber natürlich nachvollziehbar. "Laura liebt den Fußball."

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