26.03.2018 - 14:02 Uhr
Kümmersbruck

Anwohner des Radwegs Kümmersbruck-Theuern ist entsetzt Reihenweise Bäume gefällt

Es ist seine Laufstrecke. Seit fast 40 Jahren, wie Rainer Müller betont. Deshalb kennt der Kümmersbrucker praktisch "jeden Baum" entlang des Radwegs zwischen Kümmersbruck und Theuern. Umso größer ist sein Entsetzen: Reihenweise seien hier jetzt Bäume gefällt worden.

Entlang des Radwegs zwischen Kümmersbruck und Theuern sind etliche Bäume gefällt worden - keine Willkür, wie ein regelmäßiger Nutzer der Laufstrecke vermutet, sondern eine Pflegemaßnahme, die unter anderem der Verkehrssicherheit dient, betont das Landratsamt. Bild: Hartl
von Heike Unger Kontakt Profil

Müller schätzt die Zahl auf "nahe 100". Vielleicht, so fügt der Kümmersbrucker ironisch hinzu, "sollten die Kindergartenkinder, die regelmäßig einen Ausflug auf diesem Weg machen, mal die gut einsehbaren Schnittflächen zählen". Rainer Müller macht seinem Ärger darüber Luft in einem Schreiben, das er an die Gemeinde Kümmersbruck, das Landratsamt und an die AZ geschickt hat.

Der Verkehr rollt

"Seit Wochen werden am Fahrradweg Kümmersbruck-Theuern zahllose Bäume gefällt", beklagt der Radweg-Anwohner und -Nutzer, der hier dreimal die Woche läuft. Und sich über die Aktion wundert. "Keiner der gefällten Bäume war gekennzeichnet", betont er und mutmaßt: "Offenbar fällte und fällt man nach Gutdünken. Auch zahlreiche gesunde, frei stehende Bäume." Dabei seien Bäume, die Kohlendioxid aus der Luft filtern, gerade in Kümmersbruck wichtig, meint Rainer Müller: "Die Gemeinde hat ein schwerwiegendes Problem mit dem Ausstoß von Kohlendioxid, Stickoxiden, Benzol, Ruß, und Kohlenmonoxid, insbesondere durch den Schwerlastverkehr. Der Verkehr rollt unablässig. Abertausende Autos und Hunderte Lkw überqueren jeden Tag die Kreuzung Bayernwerk-/Köferinger Straße."

Wichtig für die Luft

Abgesehen vom Lieferverkehr der in diesem Bereich ansässigen großen Unternehmen seien hier Bundeswehr und Fahrschulen mit Lastern sowie Landwirte mit großen Fahrzeugen unterwegs. "Und immer vorbei am Kindergarten", wie Müller schreibt. Er fordert "eine nachhaltige Entlastung bei den Emissionen in Kümmersbruck". Angesichts "der gesundheitsschädigenden Emissionslage" bekomme "jeder Quadratmeter Blattfläche ein besonderes Gewicht".

Landkreis lässt "nicht einfach Bäume wegschneiden"

Seine Beschwerde über die Baumfällungen hat Rainer Müller unter anderem an Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl gerichtet. Der entgegnet: "So weit ich weiß, sind das gar nicht unsere Bäume."

Ronny Gäßner von der Kümmersbrucker Bauverwaltung bestätigt das. "Wir haben diese Bäume nicht gefällt." Tatsächlich hat den Auftrag dazu das Landratsamt erteilt. Dessen Pressesprecher Harald Herrle widerspricht Müllers Vorwurf eines unkoordinierten Vorgehens: "Die Baumschneideaktion ist nach vorheriger Begehung mit den Fachbehörden erfolgt. Dabei wurde der Umfang genau festgelegt. Diese Abstimmung erfolgt bei größeren Ausschneidemaßnahmen immer standardmäßig." Die Verkehrssicherheit sei der Grund dafür. Im Fachjargon spreche man hier vom Lichtraumprofil, verdeutlicht Herrle: "Das bedeutet, dass Bäume und Sträucher gefällt oder beschnitten werden, um Kreuzungen oder Einmündungen einsehbar zu machen."

Dies sei mit den Fachbehörden abgestimmt, damit nicht zu viel Grün entfernt werde. "Wir würden nicht auf die Idee kommen, einfach so Bäume wegzuschneiden", betont der Landkreis-Sprecher. (anv)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp