Blick ins Fotoarchiv der Amberger Zeitung
Maß und Schnaps als Pflicht

"Ein heiteres Begräbnis gönnten die Matadoren der Narrhalla dem Geldbeutel, der wirklich restlos geleert im Baugrubensand eingebettet wurde", heißt es im Artikel von 1998. Archivbild: hi
Vermischtes
Kümmersbruck
13.02.2018
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Vor beinahe 20 Jahren, am 26. Februar 1998, berichtete die Amberger Zeitung vom ersten Fischzug der Faschingsgesellschaft Narrhalla Haselmühl-Kümmersbruck. Seitdem ist er zu einer Tradition geworden, die nicht mehr wegzudenken ist.

Als glücklichen Einfall von Präsident Dieter Streber wird die Einführung des Fischzugs bezeichnet. Dieser ist auch heute noch im Amt. Der feucht-fröhliche Trauerzug, der eigentlich ja gar keiner ist, hat seinen Ursprung schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Traditionell wird am Aschermittwoch der Fasching symbolisch begraben. 1998 gab es zunächst 40 Obstler als Begrüßungsgeschenk, dann setzte sich der Zug in Bewegung. Nach Besuchen bei der Metzgerei Opl, im Hotel zur Post, dem Gasthaus Blaue Traube und der Schloßwirtschaft Gehring steuerten die Trauernden den Heidegarten an.

Zeremonienmeister Anton Pöllath hatte strengste Verhaltenmaßregeln verordnet: Lachen, singen, rauchen oder lautes husten kostete damals zwischen zwei und fünf Mark. Der Betrag musste an den Finanzbeamten Klaus-Jörg Hartmann gezahlt werden. Heute ist es ein besonders schweres Vergehen, wenn das Handy klingelt, das kostet dann fünf Euro Strafe. 1998 leerten die Beteiligten in jeder Wirtschaft eine Maß und einen Schnaps - egal ob Mann oder Frau. Kein Wunder, dass Frau einen mobilen Klowagen forderte. Der Fischmeister hatte vor 20 Jahren mehrere Kübel Hering dabei, die auch "andere" erstehen konnten.

Am Heidegarten wartete Bürgermeister Richard Gaßner mit leerem Geldbeutel. Dort war eine Baugrube ausgehoben, in der das Prinzenpaar den Narhalla-Geldbeutel, stellvertretend für die Faschingszeit, begrub. Zeremonienmeister Toni Pöllath sang dazu die Litanei.
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