05.04.2018 - 20:00 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Feuerwehrkräfte bilden sich fort E-Autos nicht die große Unbekannte

Die Zahl der Elektrofahrzeuge wächst. Deshalb rechnen Rettungskräfte und Feuerwehren damit, dass künftig häufiger E-Autos in Unfälle verwickelt sind. Wenn irgendwo etwas schief geht, wird die Feuerwehr gerufen - und die muss schnell handeln.

Abschlussbild mit allen Teilnehmern.
von Florian Schlegel (egl)Profil

Michael Reindl, Kommandant der Feuerwehr Haselmühl, legt deshalb Wert darauf, dass der Umgang mit Fahrzeugen mit alternativen Antrieben für die Feuerwehrkräfte geübt sei. An einem Nachmittag trafen sich zahlreiche Aktive der Haselmühler und Theuerner Wehr am Kümmersbrucker Bauhof, um den Umgang mit den Elektrofahrzeugen zu üben.

Außerdem wurde der neue Rettungssatz der Haselmühler Wehr an einem Schrottauto ausgiebig getestet. An einem BMW i3 (Autohaus Lell, Kümmersbruck), einem VW eGolf (Autohaus Fischer, Amberg), einem Toyota Rav4 Hybrid (Autohaus Groß, Amberg), einem Citroen C-Zero (Gemeinde Kümmersbruck) und einem Renault Kangoo Z.E. (WEK Kümmersbruck) konnten sich die Aktiven von der neuesten Technik überzeugen. "Die Unsicherheit ist da - es ist etwas Neues", verdeutlichte Reindl. Allerdings betonte er, dass die Gefahren für jeden, der am Unfallort hilft, überschaubar sind. In der Regel schaltet sich der Strom bei einem Crash sofort ab. Die Gefahr eines Stromschlags für Helfer sei gering. Ein verunglücktes Elektroauto drohe weder sofort zu explodieren, noch werde es Blitze sprühen. Helfer sollten keine Angst haben, so Reindl. "Das Anfassen von Opfern, der Tür, des Lenkrades oder der Sitze ist überhaupt kein Problem und es ist physikalisch nicht möglich, dass man hier einen Stromschlag erleiden kann." Gesunder Menschenverstand reiche aus, um sicher zu helfen - da unterscheide sich ein Elektroauto kaum von einem Haushalt oder einem Büro. "Kein vernünftiger Mensch würde ein freiliegendes Kabel oder einen Elektromotor anfassen", relativierte der Kommandant.

Für die Wehren bedeute das: Sie sollten Bauteile der Elektronik und von Batterien kennen. Außerdem haben die Aktiven über die Leitstelle Zugriff auf Rettungsdaten für viele Fahrzeugmodelle - hier steht genau drin, wo was verbaut ist - das hilft am Unfallort. Die Anforderungen für Feuerwehrleute werden sich durch immer mehr Elektrofahrzeuge verändern, aber der Einsatz wird dadurch nicht grundsätzlich gefährlicher, sagte Reindl: "Auch hier löschen wir vor allem mit Wasser - wie sonst auch."

Abschließend lobte er den erfolgreichen Tag der Technischen Hilfeleistung und die Firma Strobl für das Schrottauto, das danach noch mehr schrottreif war.

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