08.03.2018 - 16:46 Uhr
Kümmersbruck

Gelöbnis in der Schweppermannkaserne Den Frieden zum Beruf

Es ist der Höhepunkt der Grundausbildung: 20 Rekruten des Logistik-bataillons 472 treten in der Schweppermannkaserne zum Gelöbnis an. Die Zeremonie stößt auf großes Interesse.

von Klaus HöglProfil

Die Formation auf dem Appellplatz in der Schweppermannkaserne gehört der 1. Kompanie des Logistikbataillons 472 an, die jungen Männer und Frauen absolvieren seit dem 2. Januar ihre allgemeine Grundausbildung. Kern des feierlichen Gelöbnisses ist auch diesmal das öffentliche Bekenntnis zum Dienst für das Heimatland, die Erklärung, dass die Soldaten für die Bundesrepublik Deutschland einstehen. Optisch dokumentiert wird das durch eine Abordnung der Rekruten, die in einem symbolischen Akt die Gelöbnisformel an der Truppenfahne sprachen.

Ein ganz besonderer Anlass also, der auf dem Appellplatz in der Schweppermannkaserne vollzogen wurde. Ein Gottesdienst in der Amberger Erlöserkirche ging der Zeremonie voraus. Die Abordnungen der Kompanien des Bataillons, der Ehrenzug des Bataillons mit den Truppenfahnen und das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Bernd Sieg waren auf dem Appellplatz angetreten.

Gewollt und akzeptiert

Und es ist Usus, dass zu einem solchen Anlass Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und allen Bereichen des öffentlichen Lebens und anderer militärischer Dienststellen zugegen sind. Viele Eltern, Angehörige und Verwandte waren da. Die Rekruten stammen aus dem gesamten Bundesgebiet. Allen voran stand aber Oberstleutnant Alexander Kolb, der Kommandeur des Logistikbataillons 472. Auch der neue stellvertretende Landrat Hans Kummert war gekommen.

Für die Standortgemeinde machte Kümmersbrucks 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm deutlich, dass die Bundeswehr "auch hier in unserer Gemeinde ein fester Bestandteil der Gesellschaft ist". Wenn junge Rekruten ihren Dienst antreten, könnten sie sicher sein, eine Aufgabe zu übernehmen, "die von der Gesellschaft gewollt und akzeptiert ist", munterte Singer-Grimm die Rekruten auf. Die Bürgermeisterin zitierte Konteradmiral Dieter Wellershoff, nach dessen Worten der Soldat den "Frieden zum Beruf" habe.

Schütze Alexander Jung ließ als Rekrutensprecher die einzelnen Ausbildungsabschnitte Revue passieren. Eine große Umstellung sei der Dienst anfangs für die Soldaten gewesen. "Ich wüsste nicht, wie ich den ersten Durchgang besser beschreiben könnte, als eine reine Katastrophe", sagte Jung, um dann aber von einer Steigerung "um 100 Prozent" zu berichten. Oberstleutnant Kolb lobte das öffentliche Interesse an der Zeremonie. Gleichzeitig werde ihm schmerzhaft bewusst, wie viel Einbindung in die Zivilgesellschaft der Bundeswehr durch das Aussetzen der Wehrpflicht verloren gegangen sei.

Hart, aber erfolgreich

Das Bekenntnis zum Einstehen für die Bundesrepublik zeuge von Mut und einem ganz besonderen Engagement, "für das sich die Soldaten nach reiflicher Vorbereitung ganz bewusst entschieden haben", erklärte der Kommandeur. "Sie haben sich entschieden, uns alle gegen Gefahren von außen tapfer zu verteidigen. Egal woher die Gefahr kommt oder warum sie entstand." Die jetzt in Kümmersbruck absolvierte Grundausbildung, die sei hart gewesen, letztlich aber erfolgreich.

Sie haben sich entschieden, uns alle gegen Gefahren von außen tapfer zu verteidigen. Egal woher die Gefahr kommt oder warum sie entstand.Oberstleutnant Alexander Kolb
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