Gemeinderat Kümmersbruck
Flunkern verboten

Vermischtes
Kümmersbruck
24.12.2016
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Bei der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres spart der Kümmersbrucker Bürgermeister Roland Strehl nicht mit Lob. Kritik gibt es trotzdem. Er fordert die Räte auf, öfter bei der Wahrheit zu bleiben.

Es ist guter Brauch, dass das Gremium sich zu seiner letzten Sitzung des Jahres außerhalb des Rathauses trifft. Dieses Jahr zogen die Räte in der Gaststätte Singer ein Resümee über das abgelaufene Jahr und blickten voraus auf das kommende. Mit dabei waren bei der 13. Sitzung Vertreter der Verwaltung, der Personalrat und der stellvertretende Kommandeur des Logistikbataillons 472, Oberstleutnant Marco Pilhofer.

Die "Chemie" stimmt

Die "Chemie" in den Ausschüssen und in den Gremien sei gut. Es sei gelungen, "Grabenkämpfe zu vermeiden". "Gerade in den Ausschüssen wird auf Schaulaufen verzichtet, was die Arbeit wesentlich erleichtert", lobte Bürgermeister Roland Strehl. Bei parteiabhängigen Veröffentlichungen und Positionsdarlegungen sollten sich jedoch alle bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben - da bestünde noch Luft nach oben.

Gemessen an der 900-Jahr-Feier 2014 und dem Jahr 2015 mit der Eröffnung des Aktivbads KA 2, sei heuer sicherlich nicht so spektakulär gewesen, bilanzierte Bürgermeister Roland Strehl. Trotzdem sei es ein sehr wichtiges Jahr gewesen, das die Gemeinde vorangebracht habe. Explizit meinte er mit dem "Riesenschritt" den Beschluss zur Neugestaltung des Kümmersbrucker Dorfplatzes um die Kirche. "Nach all den Jahren der Vorplanung haben wir es geschafft, alles fristgerecht bei der Regierung anzumelden", sagte er. Nun hofft Strehl, bei Gesamtbaukosten von 3,9 Millionen für alle Bauabschnitte, in ein Städtebauförderungsprogramm aufgenommen zu werden.

Strehl nannte den Entschluss für ein Investoren-Auswahlverfahren für künftiges, seniorengerechtes Wohnen zwischen Rathaus und AWO-Seniorenheim einen großen Schritt in die richtige Richtung. Geradezu "geniale Möglichkeiten" böten sich auf dem dortigen Gelände, wie die Pläne der Firma zeigten. 2018 sollte es gelingen, die nötigen Partner ins Boot zu holen. Abgesehen davon könne auf die Haben-Seite des Jahres 2016 die Abarbeitung des Investitionsprogramms gebucht werden.

Gute Infrastruktur

Neben den Investitionen in die Zukunft baute die Gemeinde auch die Lebensqualität aus. Da sei der Blick "über die Generationen hinaus gegangen". Gute Infrastruktur für die Familien, dazu Kita, Schulen sowie gute Wohnmöglichkeiten standen auf der Agenda. Nach Jahren der Stagnation erreichte die Gemeinde laut Strehl neue Höchstwerte: 2014 gab es insgesamt 59 Baugenehmigungen und 2015 45. "Heuer sind es schon 59." "Der Verdacht auf zu wenig Wohnungen ist nicht eingetreten", freute sich Strehl. "Das Gegenteil ist der Fall." Die Zahl an Mehrfamilienhäusern sei auffallend hoch.

Durch neue Satzungen sei in Köfering/Moos neues Baurecht geschaffen worden. "Kümmersbruck bleibt Hotspot bei Nachfragen nach Wohnen und Bauen", stellte Strehl fest. Nicht ganz den hohen Standard des Vorjahres erreichten die Geburten. Noch knapp über 90 waren es im letzten Jahr, bisher wurden 69 registriert. Kümmersbruck ist auch im Bereich Seniorenpolitik aktiv.

Für die konstruktive Zusammenarbeit dankte Strehl SPD-Fraktionssprecher Manfred Moser und CSU-Fraktionssprecher Marcus Graf, die "überdurchschnittliche Verantwortung für die Gemeinde übernommen haben". Einen geradezu "fantastischen Job" schrieb Roland Strehl seiner stellvertretenden Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm und drittem Bürgermeister Hubert Blödt zu. Strehl bedankte sich auch bei Verwaltung, Bauhof, Wasserwerk, Bundeswehr und den Ehrenamtlichen in Kümmersbruck.

Ein Stück Lebensqualität

Traditionsgemäß hatten die Fraktionsvorsitzenden das letzte Wort. Manfred Moser griff zwei Punkte besonders heraus. Die Erhöhung der Abwassergebühren sei nicht erfreulich - jedoch notwendig, weil Wasser ein kostbares Gut sei. Bei der Ortsplatz-Sanierung werde der Bevölkerung ein Stück Lebensqualität zurückgegeben. Moser hoffe, dass die Bürger die Umsetzung der Maßnahme gut annehme. Er bedankte sich bei der CSU für die konstruktive Zusammenarbeit.

Leute mit Visionen

Das Kompliment gab stellvertretende Fraktionsvorsitzender Thomas Pronath zurück. Vieles habe man auch heuer wieder in der Gemeinde erreicht, weil es hier schon immer Leute mit Visionen gegeben habe.

Investitionen 2016Rathausparkplätze (28 000 Euro)

Werkstatt, Jugend, Lagerräume bei der FFW Kümmersbruck (205 000 Euro)

Sanierung Schulen/Pausenhof Mittelschule (15 000 Euro)

Arche Noah, Krippensanierung (48 000 Euro)

Aktivbad KA 2 (545 000 Euro Rest)

Dorfplatz Kümmersbruck/Zu den Linden (36 000 Euro)

Gärmersdorfer Weg /Bachweg (94 000 Euro)

Vilsbrücke Theuern (800 000 Euro)

Kanalsanierung (17 000 Euro)

Öffentliche Toilette (125 000 Euro)

Sanierung Sportboden Mehrzweckhalle (350 000 Euro)

Tiefbaumaßnahme Gewerbegebiet Theuern (70 000 Euro) (e)


Gerade in den Ausschüssen wird auf Schaulaufen verzichtet, was die Arbeit wesentlich erleichtert.Bürgermeister Roland Strehl
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