31.01.2018 - 17:26 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Millionen-Sanierung der Kümmersbrucker Schweppermannkaserne Eine Kaserne voller Baustellen

Vier laufende Baustellen, jede für sich eine große Nummer. Sechs weitere sollen ebenfalls noch in diesem Jahr beginnen: Es wird gerade einiges bewegt in der Schweppermannkaserne - Bauarbeiter, Kräne und Lastwagen, aber auch Millionen-Summen. Und natürlich Soldaten. Denn ihr Dienstbetrieb läuft weiter. Trotz Generalsanierung.

Sechs-Mann-Stube war vorgestern: Hier entstehen neue Soldaten-Unterkünfte - Einzelzimmer mit Nasszelle. Bilder: Wolfgang Steinbacher (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

Es ist eines der größten Bauprojekte in der Region, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - schließlich geht es um eine militärische Einrichtung, zu der nicht jedermann Zutritt hat. Und die ist in die Jahre gekommen, seit sie 1960 bezogen wurde. Damals teilten sich schon mal sechs Mann eine Stube - heute sind, zumindest nach der Grundausbildung, auch beim Bund Einzelzimmer mit eigener Nasszelle Standard. Das, sagt Kasernenkommandant Klaus-Peter Laackman, sei auch eine Frage der Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber.

In jeder Hinsicht gewaltig

Und so werden jetzt 136,6 Millionen Euro investiert, um die Kaserne auf einen modernen Stand zu bringen. Eine gewaltige Summe - für mehrere nicht minder gewaltige Einzel-Bauprojekte, die alle bei laufendem Militär-Betrieb gestemmt werden müssen: Das ist nicht im Schnellverfahren zu machen. "10 bis 15 Jahre Bauzeit" sind vorgesehen, umreißt Laackman die Planungen. In der Nähe der Kasernen-Einfahrt wird gerade ein altes Gebäude kernsaniert, in dem früher der Stab des Logistikbataillons untergebracht war. Künftig hat hier das Sanitätsunterstützungszentrum seine Büros. Momentan logiert es noch im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus in Amberg - zur Miete. Die will man sich künftig sparen. "So schnell wie möglich" soll diese Einheit deshalb umziehen, sagt Laackman und gibt als angepeilten Zeitrahmen "bis Ende des Jahres" an. Diese Einheit werde umstrukturiert, deshalb lasse sich noch nicht genau sagen, wie groß dieser Neuzugang in der Kaserne sein wird. Größer als bisher werde der Verband aber. Eine Herausforderung bei diesem Projekt war, dass durch diesen Bereich die komplette IT-Trasse der Kaserne verläuft: Sie musste tiefergelegt werden.

Ein paar Schritte weiter entsteht ein neues, zentrales Lehrsaal-Gebäude für alle sieben Dienststellen der Kaserne. Keine Sanierung, sondern ein Neubau auf einer bislang ungenützten Grünfläche. Auch der Schießsimulator, derzeit noch in einer KfZ-Halle eingerichtet, soll hier untergebracht werden. "Hier sind wir schon relativ weit", berichtet Laackman mit Blick auf den geplanten Bezugstermin 2020.

Presseoffizier Gerhard Ullrich spricht von Arbeiten "am offenen Herzen - aber die Pumpe läuft". Es sei "schon eine Herausforderung", alle Bauarbeiten so zu koordinieren, dass sie gut vorankommen, ohne den Dienstbetrieb der Soldaten zu sehr zu beeinträchtigen. Im Fall des Lehrsaal-Gebäudes ist das noch verhältnismäßig einfach: Es gibt ein, wenn auch altes, Lehrgebäude, das noch genutzt und erst abgerissen wird, wenn der Neubau fertig ist.

Schwieriger wird es bei den Unterkünften für die rund 400 Soldaten, die in der Kaserne "wohnen". Und Lehrgangsteilnehmer, die aus ganz Deutschland zur Motorradausbildung kommen. Kümmersbruck ist dafür der einzige Bundeswehr-Standort. Für sie alle werden die vier bisherigen Kompanietrakte nacheinander durch neue Unterkünfte ersetzt. Zwischen Abriss und Neubau müssen die Soldaten jeweils in den anderen drei Bauten zusammenrücken.

Zentrale Waffenkammer

Ein weiterer Altbau ist bereits fertig saniert - hier haben die logistische Steuerstelle aus der Leopoldkaserne, der evangelische Standortpfarrer und die Abteilung Finanzen des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums neue Büros bekommen. Großbaustelle Nummer vier ist die neue Waffenkammer. Bisher hatte jede Einheit ihre eigene in ihren Kompaniegebäuden. Künftig gibt es dafür ein zentrales, neues Gebäude - wie die übrigen Projekte "genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten", wie Laackman betont. Dabei soll auch ein weiterer langgehegter Wunsch Wirklichkeit werden: Eine neue Lagerhalle für die Nachschubkompanien.

Wir arbeiten am offenen Herzen - aber die Pumpe läuft.Presseoffizier Gerhard Ullrich
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