19.01.2018 - 19:14 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Neujahrsempfang der Gemeinde und des Logistikbataillons in Kümmersbruck 40 Minuten Händeschütteln

Genau vor einem Jahr hatte Oberstleutnant Alexander Kolb seine Neujahrswünsche per Videobotschaft aus Masar-e Scharif (Afghanistan) übermittelt. Beim Neujahrsempfang in Kümmersbruck konnte er sie diesmal ganz persönlich aussprechen.

von Klaus HöglProfil

Oberstleutnant Alexander Kolb, seine Gattin Stefanie, Bürgermeister Roland Strehl und seine Frau Gabriele schüttelten am Eingang gut 300 Hände. Der Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck spielte dazu "Musik ist Trumpf". Gut 40 Minuten dauerte das Defilee.

In der 13. Auflage des Neujahrsempfangs der Gemeinde Kümmersbruck und des Logistikbataillons kamen hochkarätige Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Darunter waren eine ganze Reihe von Bürgermeistern, US-Militärs aus Hohenfels, Repräsentanten der Bundeswehr, militärischer Dienststellenleiter und der Reservisten. Doch es wurde nicht nur gefeiert. Es bot sich auch eine gute Möglichkeit sowohl für Bürgermeister Roland Strehl als auch für Oberstleutnant Kolb, Kommandeur des Logistikbataillons 472, das Jahr Revue passieren zu lassen. Die beiden Vertreter aus dem zivilen und militärischen Leben unterstrichen die Verbundenheit von Gemeinde und Bundeswehr.

Oberstleutnant Alexander Kolb nahm zur sicherheitspolitischen Situation der Bundeswehr Stellung und gab einen Rückblick auf die Meilensteine im Jahr 2017. Er referierte zum Beispiel über den Einsatz "Resolute Support" in Afghanistan, "European Training Mission Mali" und die Ausbildungsunterstützung im Nord-Irak. Kolb gab einen Ausblick auf 2018 und erläuterte die Herausforderungen, die sein Bataillon erwartet. Traditionell nimmt auch der Kümmersbrucker Bürgermeister bei diesem Anlass Stellung zu den künftigen kommunalpolitischen Herausforderungen. Dazu zeigte er einen Kurzfilm mit dem Titel "Kümmersbruck - hier kann man leben". Dieser "drückt auf gelungene emotionale Art und Weise aus, was Kümmersbruck ausmacht und wo es heute steht", sagte Roland Strehl.

Er blickte auf ein zweigeteiltes Jahr 2017 zurück. Strehl merkte an, dass Grundstücks-Verhandlungen mit übergeordneten Behörden oft monatelang dauerten. "Das vermittelt das Gefühl, in einem Hamsterrad zu laufen." Positiv seien der Bau der Vilsbrücke in Theuern sowie der Fortschritt bei dem Grundstückskauf für die Erweiterung des Gewerbegebietes in Theuern, der Funktionsbau der Feuerwehr Kümmersbruck und andere Projekte.

"Es bleibt nun abzuwarten, wie der Freistaat Bayern die Dringlichkeit der Umgehungsstraße einstuft. Bauplätze, Wohnraum, Senioren, Schule, Dorfplatz Kümmersbruck, Hochwasserschutz - das alles sind Themen, mit denen sich Kümmersbruck im neuen Jahr beschäftigen wird."

Aus der Rede von Oberstleutnant Kolb

Der Einsatz in Afghanistan machte den Löwenanteil der Rede von Kommandeur Oberstleutnant Alexander Kolb aus. Er beschrieb die Sorge um seine Soldaten, den Kernauftrag der deutschen Einsatzkräfte am Hindukusch, der aus Beratung sowie (in Teilen) Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte besteht ("Train, Advice and Assist") und den Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr. "Was erwartet uns 2018?", fragte Kolb für das Logistikbataillon. "Seit 1. Januar halten wir eine gemischte Logistikkompanie für die logistische Versorgung der Flugabwehranteile der Nato Response Force bereit, die für das gesamte Jahr abrufbar und einsatzbereit sein muss. Viel Ausbildung und viele Gefechtsübungen stehen dem Bataillon bevor. Von Januar bis Juli 2019 hat der Verband erneut den Auftrag, alle Einsatzgebiete der Bundeswehr logistisch zu unterstützen."

Dann wandte er sich an Brigadegeneral Jörg See: "Ich bedauere, dass ich durch den bereits laufenden Umzug des Stabes der Panzerbrigade 12 von Amberg nach Cham nicht nur die Aufgabe des Standortältesten übernehmen darf, sondern dass auch die räumliche Nähe zum Brigadestab verloren geht." (e)

Zitate

"Lassen Sie mich meiner Freude Ausdruck verleihen, dass wir diesen Empfang nicht nur in einem voll besetzten Saal, sondern auch wieder in einer voll besetzten Kaserne abhalten dürfen."

Bürgermeister Roland Strehl

"Kümmersbruck braucht keine Angst vor der Zukunft haben ."

Strehl zur Tatsache, dass die Zahl der Skeptiker in Deutschland wächst

"Lieber Roland, ich kann dir glaubhaft versichern, dass selbst ich als Oberfranke mich hier in Kümmersbruck in der Oberpfalz sehr gut aufgehoben fühle."

Oberstleutnant Alexander Kolb

"Herr Landrat, ich kann Sie im Übrigen beruhigen: Von mir werden Sie heute nicht viel zum Thema Erhöhung der Müllgebühren im Landkreis Amberg-Sulzbach hören."

Oberstleutnant Alexander Kolb

"Im Landkreis Hof steht Ihre Heimatmülltonne. Ich werde eruieren, wo der günstigste Standort für Sie ist."

Antwort von Landrat Richard Reisinger. (e)

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