15 junge Frauen im Technik-Camp in Haselmühl
Grammer für Mädchen

Azubi Anna und ihr Kollege begutachten das Werkstück einer Teilnehmerin. Am Ende der Woche werden die Eltern eingeladen, um die Arbeiten zu bestaunen. Die Mädchen werden sie selbst präsentieren. Bilder: Huber (3)
Wirtschaft
Kümmersbruck
04.04.2018
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Frisörin, Krankenschwester oder Verkäuferin? Mittlerweile interessieren sich viele Mädchen auch für technische Berufe. Sie können diese bei verschiedenen Projekten ausprobieren - zum Beispiel beim Technik-Camp.

Haselmühl. Seit Montagnachmittag sind 15 junge Frauen aus ganz Bayern in Kümmersbruck zu Gast. Grund dafür ist das "Mädchen für Technik-Camp". Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (BBW) richtet es im Jahr für etwa 220 Schülerinnen in Kooperation mit 15 Unternehmen aus.

Eine Woche werkeln die 12- bis 14-Jährigen bei Grammer in Haselmühl. Sie können sich beim Bohren, Fräsen, Löten und Feilen austesten. Angeleitet werden sie von den Azubis und dem gewerblich-technischen Ausbilder Walter Staudacher. Die technikinteressierten Mädchen bekommen eine Vorlage, nach der sie Metall auf verschiedene Weisen bearbeiten. "Es geht aber auch darum, soziale Kompetenzen zu stärken", sagt ihr Betreuer Martin Hillebrand. "Es werden Freundschaften geschlossen, sie haben gemeinsam Spaß bei der Freizeitgestaltung und sie können die Azubis fragen, wie ihr Alltag aussieht."

Diese stehen den Teilnehmerinnen mit Rat und Tat zur Seite, geben Tipps und beantworten Fragen. Eine der Auszubildenden ist Anna Kodalle. Die 17-Jährige lernt im zweiten Jahr Werkzeugmechanikerin. "Es ist schön, so eine große Verantwortung zu bekommen." Ganz gut würden sich die Technik-Fans anstellen, meint sie: "Aufs zweite Mal geht alles schon viel besser." Sie selbst ist über den Girls-Day und den Grammer Info-Truck zu dem für Frauen eher untypischen Beruf gekommen. Die Mädchen zu beaufsichtigen, hilft auch den Azubis, sich weiterzuentwickeln.

Mia, Leonie und Clarissa haben sich schon angefreundet. Sie sind alle 13 Jahre alt und kommen aus München, Nürnberg und Rosenheim. Mias Eltern arbeiten in der IT-Branche, deswegen interessiert auch sie sich für Technik. Clarissa hingegen erzählt: "Meine Mutter hat mich angemeldet, weil sie meinte, das wäre eine gute Abwechslung. Erst war ich sauer, aber jetzt gefällt es mir." Leonies Mutter ist Professorin an einer technischen Hochschule. "Ich habe sie schon häufig begleitet und war bei jedem Tag der offenen Tür."

Tatsächlich entscheidet sich über die Hälfte der Technik-Camp-Teilnehmerinnen später für einen technischen Beruf, wie die Projektleiterin Fabienne Kleinknecht erklärt. Sie betont, dass das Projekt vom Verband der Bayerischen Metall und Elektro-Industrie gesponsert und vom Wirtschaftsministerium finanziert wird. Die Mädchen bekommen den gesamten Aufenthalt bezahlt. Bis Sonntag, 22. April, können sich Interessierte beim BBW für das Technik-Camp in Neumarkt in den Pfingstferien bewerben.

Es ist schön, so eine große Verantwortung zu bekommen.Anna Kodalle, Werkzeugmechaniker-Azubi bei Grammer
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