Gerd Schönfelder kickt im Nowitzki-All-Star-Team
Mit Nowitzki auf Torejagd

28 Zentimeter Größenunterschied, aber fußballerisch ist der Kulmainer Gerd Schönfelder mehr als auf Augenhöhe mit dem 2,13-Meter-Hünen Dirk Nowitzki. Der Profi-Basketballer hatte den Oberpfälzer erstmals zum Champions-for-Charity-Spiel eingeladen.
Freizeit
Kulmain
04.07.2017
490
0
 
"Ein feiner Typ, der sehr nett ist", urteilt Gerd Schönfelder über Michael Schumachers Sohn Mick (von rechts). Bilder: exb (2)

Bei der U 21-Europameisterschaft ist die Taktik von Trainer Stefan Kuntz noch voll aufgegangen. Drei Tage nach dem Titelgewinn läuft es für den Nationalcoach und das von ihm betreute Nowitzki-All-Star-Team in Mainz weniger gut. Was aber nicht an Gerd Schönfelder liegt.

Mainz/Kulmain. Der Kulmainer gehörte am Montagabend zur Auswahl, die Basketball-Profi Dirk Nowitzki fürs Champions-for-Charity-Spiel zusammengestellt hat. Gegen die Elf von Michael Schumachers Sohn Mick (Schumacher & Friends) ging der Spieler der Dallas Mavericks als Kapitän mit gutem Beispiel voran und erzielte selbst zwei Treffer, gereicht hat's aber nicht ganz, auch weil Schönfelder nach eigenem Bekunden "am Schluss die Konzentration gefehlt hat". Zwei, drei Tore hätte er sonst machen können, aber immerhin einmal hat er den Ball im gegnerischen Kasten versenkt.

Nicht nur dem Oberpfälzer war das Ergebnis "doch egal". Beim zweiten Benefiz-Kick für die Dirk-Nowitzki-Stiftung und die Keep-Fighting-Initiative von Michael Schumacher sei der Spaß im Vordergrund gestanden. Und er habe bei der "coolen Geschichte" Ex-Nationalspieler Lukas Podolski, Miroslav Klose und Gerald Asamoah oder die ehemaligen Formel-1-Piloten David Coulthard sowie Mika Häkkinen kennengelernt. "Das war eine sehr nette Runde, das sind ganz normale Menschen."

"Eigentlich wollten wir es hinkriegen, dass es unentschieden ausgeht." Dass seine Mannschaft mit 6:7 unterlag, mag vielleicht an Kuntz' taktischer Vorgabe gelegen haben: "Habt einfach Spaß und macht ein bisschen Show", habe er seinen 17 Kickern mit auf den Weg gegeben. "Der war noch total happy, wie es (bei der EM in Polen) gelaufen ist." Happy war auch der Kulmainer, als er zur zweiten Halbzeit in der Opel-Arena vor über 16 000 Zuschauern eingewechselt wurde. Der Trainer habe nicht gewusst, dass er Fußball spiele, erklärt der mehrmalige Paralympics-Sieger und Weltmeister. "Ich war schließlich unter allen der einzige Skifahrer", weshalb zunächst vor allem die Fußballer den Vorzug erhalten hatten.

Was er beim SV Kulmain gelernt hat, zeigte er 45 Minuten lang im vorderen Mittelfeld und im Sturm, wo der 46-Jährige es mit Moderator Kai Pflaume und Skispringer Sven Hannawald als Gegenspieler zu tun hatte. "Oft bin ich auch mit nach hinten gelaufen", was dem einen oder anderen zunehmend schwer gefallen sei. Besonders beeindruckt hat ihn Miroslav Klose, obwohl der Ex-Nationalstürmer leer ausging. "Das ist schon elegant, wie der spielt und wie er mit dem Ball umgehen kann", schwärmt der Kulmainer. Gerne denkt er auch an die Gespräche mit Lukas Podolski und "Friends"-Trainer André Schubert zurück. Ein ebenso "feiner Typ" sei Mick Schumacher.

Gleiches gilt für Nowitzki, auch wenn dieser "auf dem Fußballplatz gewisse Defizite" habe. "Beim Basketball macht er vier, fünf Schritte und ist übers Feld. Ein Fußballplatz ist doch etwas länger, das schaut dann schon nicht mehr so elegant aus", schmunzelt Schönfelder. Und ein Kopfball-Wunder sei dieser ebenfalls nicht. Dass ihn der gebürtige Würzburger erstmals für eine Champions-for-Charity-Partie berufen hat, ist einer Eventagentur in dessen Heimatstadt zu verdanken, die sich um den Musik-Act in Mainz gekümmert habe. Deren Chef, den Schönfelder ganz gut kennt, habe ihn angerufen und meint: "Du hast ja mal Fußball gespielt." Am Montag war es aber nicht das erste Mal, dass der Kulmainer "mit Großen" gekickt hat. So lief er unter anderem vor zwei Jahren in einer Sporthilfemannschaft bei Thomas Tuchels erster Partie als BVB-Trainer gegen Dortmund auf. Und auch beim "Traumspiel" vor vier Jahren gegen den FC Bayern München war er mit dabei.

"Es hat schon sehr viel Spaß gemacht", denkt der 46-Jährige an den Vortag zurück. Mit Klose und Pflaume sei er nach Abpfiff zwei Stunden im Stadion geblieben, um Autogramm zu schreiben und Selfies zu machen. Die folgende Nacht "hat noch länger gedauert, es war sehr lustig". Mehr möchte der Paralympionike hier über die prominenten Mitspieler nicht verraten, nur so viel: "Feiern können sie auch ganz gut."

Am Samstag steht Schönfelder wieder im Kader der Kulmainer Alten Herren. Auch dann stünden 22 Leute auf einem "wunderschönen Platz. Es macht auch dort Spaß, aber es ist doch etwas anderes, wenn man Nowitzki, Patrick Owomoyela und Gerald Asamoah als Mitspieler hat. Das ist schon cool."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.