13.03.2018 - 20:00 Uhr
Kulmain

Kabarettist Toni Lauerer zeigt beim Jubiläum der Bücherei Kulmain seine besten Stücke aus 35 ... Humor lauert in jeder Situation

Stuhl, Tisch und Toni Lauerer - mehr braucht's nicht für eine tolle Ein-Mann-Show und einen ironisch unterhaltsamen Abend.

Man hat's nicht leicht im Leben: Diese Erfahrung macht Toni Lauerer selbst beim Drive In eines Fast-Food-Ladens. Bild: ak
von Arnold KochProfil

Das kommunale Büchereiteam freute sich zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung über ein volles Haus. Das 220-köpfige Publikum hatte seinen Spaß beim Kabarettabend mit dem bayerischen Humoristen und Mundartkabarettisten Toni Lauerer. Bei seinem über zweistündigen Auftritt im Kultursaal im Haus des Gastes präsentierte er "Sein Bestes aus 35 Jahren". Bürgermeister Günter Kopp hieß den Kabarettisten und die Zuhörer willkommen. Er dankte dem Büchereiteam für den zehnjährigen Einsatz und die Organisation des Kabarett-Abends.

Toni Lauerer nahm die Besucher auf eine spaßige Reise durch alltägliche Situationen und Trends, die er mit typisch bayerischem Mundarthumor beschrieb. Seine Darmspiegelung, quasi die innere Betrachtung seines Hintereingangs, sei für ihn trotz Drängen seiner Frau unsinnig. "Morgen gib's Ripperl in der Arbeit, deswegen geht's niat", meint Toni. Er holt sich deshalb medizinischen Fachverstand am Stammtisch. Den Rat seiner Spezln folgend, bereitet er sich darauf mit einer Weißbierspülung vor. Derweil unterhält sich die Seniorenrunde mehr über Prostata als über's regelmäßige Prost. Dazu kommen die Erfahrungen mit dem Augenlasern in Rumänien und Implantate in Ungarn, die mehr als ein Satz Winterreifen kosten.

Dazu kommt das wachsende Vergessen, wenn man anstatt mit einem Bier mit einem Glaserl Eingewecktem aus dem Keller kommt. "Früher war's Kreta oder Ibiza, heute geht's auf die Insel Reha nach dem Ersatzteileinbau", berichtete der Further. Anstatt über Sex wird übers "Bieseln beim Aufstehen" geredet. Statt Schweinshaxen gibt's Salat mit Putenstreifen. Vegetarier wird Toni nie, da er den Tieren das Futter nicht wegessen will.

Seinen Bauchdruck verliert er im Wartezimmer des Internisten, als Patienten von ihrem Leid und deren manchmal tödliche Folgen erzählten. Von der Gesundheit wechselte Lauerer mit seiner Fahrt zum Dienst hinter dem Milchlaster oder zum Supermarkt zum Alltäglichen. Sein Tomatenkauf artet dank einer Preußenfamilie, die den Leergutautomaten belagert, und des wachsenden Blasendrucks beim Anstehen an der Kasse zum stundenlangen Martyrium aus.

Im zweiten Teil seines Auftritts widmete sich Lauerer den "Deppen". Nirgends sei man vor denen sicher, auch nicht in der Bank. "Selbst ist man öfters auch einer", erklärte Lauerer selbstironisch. Seine PIN setze sich aus dem Geburtsdatum der Tochter plus Autonummer minus Übergewicht zusammen. Da Letzteres schwanke, scheitere manchmal die Geldausgabe. Nach seinem Tourenrad-Kauf versucht er sich damit am Geländebuckel, der sich zum Berg auswächst. "Geht schon no", bestätigt er einer überholenden Radlerin, die ihn die letzten Kräfte mobilisieren lässt. Oben angekommen, erfrischt er sich mit Mineralwasser und einem über den Kopf ausgeleerten Radler, was die Wespen anlockt.

Das Thema "Fast Food und Drive In" beleuchtete der Kabarettist beim Gespräch mit dem Looch (Außenlautsprecher). "Des Looch nimmt auf, rennt vieri und kocht für den Platterten an Burger", meinte er. Chicken, Ham, Cheese, Pommes red, white oder normal, maxi und giga muss ihm erst übersetzt werden, so dass es aus Fast Food (schnellem Essen) nichts mehr wird. Mit seinem misslungenen Incognito-Besuch mit Cap, Rapper-Hose und falschem Bart in der Disco sowie einem Besuch in einem Wellness-Tempel unterhielt Lauerer weiter seine begeisterten Zuhörer, deren Lachmuskeln im Dauerstress waren.

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