16.08.2014 - 00:00 Uhr
KulmainOberpfalz

Bürgerinitiativen bei oberfränkischen Regierungspräsidenten: Erdverkabelung möglich Teilerfolg für Trassengegner

Beim Bürgerfest in Kulmain stellte die BI mit einem Fesselballon die Höhe eines Strommastens dar. Der Ballon stieg bis auf 75 Meter Höhe über den Schulsportplatz auf. Die von Amprion vorgeschlagene Trasse wäre direkt an der Grenze des Kulmainer Wohngebietes verlaufen. Das EEG lässt nun die Erdverkabelung zu. Vor Monstermasten vor der Haustür brauchen sich die Kulmainer nicht mehr fürchten. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

Oberfrankens Regierungspräsident Wolfgang Wenning und Regierungsdirektor Tomas Engel empfingen am Mittwoch die Bürgerinitiativen gegen die Gleichstromtrasse Süd-Ost. Dabei waren auch die Trassengegner aus Speichersdorf und Kulmain. Wenning erklärte, dass er nicht mehr davon ausgehe, dass die vorliegende Planung realisiert wird. Diese bedeute aber nicht, dass die Stromautobahn gar nicht kommt.

Ein Erfolg der BIs sei, dass seit dem 1. August eine Abstandsregelung für die Gleichstromtrasse zur Wohnbebauung in das Gesetz über die erneuerbare Energie (EEG-Gesetz) aufgenommen und die Erdverkabelung zugelassen wurde. Bei Abständen von weniger als 400 Metern zu Wohngebieten können Behörden auf Erdverkabelung bestehen. Bei Weilern und Bauernhöfen sind es 200 Meter. Aus diesem Grund müsse die ganze Planung überdacht werden. Die Regierung werde Stellung nehmen, wenn das Verfahren läuft. "Es ist für uns Alltagsarbeit", versicherte er. Besondere Vorbereitungen auf das Verfahren, wie sie die Bürgerinitiativen fordern, seien nicht nötig.

Die Sprecher der Bürgerinitiativen forderten den Regierungspräsidenten auf, sich auf die Seite der Menschen und nicht auf die der Energielobbyisten zu stellen. Als Stromkunden forderten sie ihr Recht, mit zu entscheiden, was mit der EEG-Umlage geschieht. Heftige Kritik wurde an der Beteiligung der Münchner Stadtwerke am Bau einer Windkraftanlage vor der Insel Sylt geübt. Wenn der Strom nach München soll, sind erneut Leitungen durch Nordbayern nötig, nur weil Oberbayern sich gegen den Bau von Windrädern und Pumpspeicherkraftwerken wehrt. Die Sprecherin des Aktionsbündnisses Renate van de Gabel-Rüppel forderte die Streichung der Gleichstrompassage Süd-Ost und versicherte: "Vorher geben wir nicht auf".

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