Finanzberater Jürgen Hager gibt Tipps zum Vermögenserhalt: "Sparen lohnt sich aktuell nicht"
Anlage in Edelmetalle ist Gold wert

Lokales
Kulmain
25.09.2008
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Immobilien- und Bankenkrisen, steigende Nahrungsmittel-, Öl- und Spritpreise sowie kriegerische Auseinandersetzungen - das Geld rinnt Anlegern deswegen derzeit scheinbar durch die Hände. Wie der Wert des Vermögens erhalten werden kann, zeigte Jürgen Hager den Mitgliedern des Sportvereins in seinem Vortrag zum Thema "Gold als Sicherheit in Zeiten des Wertverlusts von Papiergeld".

Den Mitarbeiter der Gesellschaft zur Optimierung von Finanzanlagen Pro Lucra haben die Fachzeitschriften FocusMoney und Euro in den Jahren 2003, 2004 und 2008 als einen der besten deutschen Finanzberater ausgezeichnet.

Neun Prozent teurer

"Die USA hat eine progressive und astronomische Verschuldung von neun Billionen Dollar, und jedes Jahr kommen 450 Milliarden hinzu", erklärte der Anlagespezialist im Sportheim. Geld werde als Bargeld beim Staat und als Buchgeld bei den Banken vorgehalten, das entweder verkonsumiert oder gespart werde.

Die aktuelle Inflation von 3,5 Prozent basiere auf einem 1948 zusammengestellten Warenkorb. Angesichts der stark gestiegenen Ausgaben für Energie, Mieten und Lebensmittel liege die Preissteigerung aktuell bei rund neun Prozent. "Inflation ist die unfairste Steuer und trifft die Kleinen. Sparen lohnt sich aktuell nicht", war die klare Aussage Hagers.

Das größte Problem der führenden Leitwährungen sei, dass die Golddeckung der ausgegebenen Geldmenge aufgegeben wurde. Die USA mit dem Dollar fahre jedes Jahr ein Handelsdefizit von 630 Milliarden Dollar ein. Entgangene Bürgschaften, Renten- und Pensionsforderungen und 870 Milliarden Dollar an "faulen" Hypothekenkrediten verschlechterten die finanzielle Lage der US-Geldwirtschaft stetig, was auf alle Staaten ausstrahle.
Wie sich ungebremster Gelddruck und Schulden des Staates auswirken, zeigte Hager an der Hyperinflation 1923. Mit der wachsenden Geldmenge seien die Preise gestiegen. Zuletzt seien damals Geldscheine mit 50 Billionen Reichsmark ausgegeben worden. Für drei Krügerrand habe man ein Haus in Berlin erwerben können.

Sicherheit und Freiheit

"Dagegen bedeutet der Besitz von Gold und Edelmetall Sicherheit und Freiheit", verdeutlichte der Finanzberater. Für bis zu 15 000 Euro kann Gold ohne Nachweis erworben werden, Wertsteigerungen seien nicht von der Abgeltungssteuer betroffen. Gold sei weltweit ein Zahlungsmittel, dessen Wert und in den vergangenen zehn Jahren von 300 auf 800 Dollar pro Unze gestiegen sei, betonte Hager.

Aber auch Silber sei sehr wertstabil. Die Förderung von 18 000 Tonnen jährlich liege unter dem Bedarf von 26 000 Tonnen. Der industrielle Verbrauch steige stetig. Angesichts der Knappheit habe sich der Wert in den vergangen vier Jahren vervierfacht, allerdings sei er inzwischen wieder um die Hälfte gefallen.
Hager betonte, dass "Edelmetall der Feind jeden Bänkers" sei, da er damit nur einmal Geld verdiene. In der Hand des Anlegers bedeute es aber Sicherheit und einen finanziellen Rückhalt in jeder Wirtschaftslage. "Vergolden Sie Geld, versilbern Sie Papier", war Hagers Rat. Er empfahl, bis zu 20 Prozent der Rücklagen in Edelmetall zu investieren. Bei Gold seien sowohl Münzen als auch Barren, sofern sie eine Reinheit von 99,5 Prozent aufweisen, von der Umsatzsteuer befreit, ansonsten verlange der Staat 19 Prozent.

Bei Silber betrage die Umsatzsteuer bei Barren 19 Prozent, bei Münzen sieben Prozent. Andere Edelmetallmünzen seien umsatzsteuerfrei.
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