Räte vor Problem: Wo verläuft der Weg tatsächlich? - Grundstückssitzer aufgeschlossen
Kirchsteig wieder herrichten

Franz Pospischil, Vorsitzender des Heimatvereins, Josef Gößner, Erwin Bayer sowie die betroffenen Grundstückseigentümer Gustl Ackermann und Stefan Koschta (links) verglichen auf der Karte den Verlauf des darauf eingezeichneten Weges mit dem der Hohlgasse. Bild: bkr
Lokales
Kulmain
16.04.2013
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Viele Wege führen in den Himmel, und viele auch zur Wallfahrtskirche auf dem Armesberg. Einer von ihnen ist der von Altensteinreuth zur Dreifaltigkeitskirche führende Kirchsteig. Ihn möchte der dortige Heimatverein sanieren. Der Naturpark Steinwald hat für eine Förderung bereits grünes Licht gegeben. Die Mitglieder des Heimatvereins würden mit Werkzeug ausrücken, um ihren Anteil ebenso zu leisten wie die Gemeinde Kulmain.

Doch, wo verläuft der Kirchsteig im oberen Abschnitt wirklich? Ist es der in der Karte nicht eingezeichnete Hohlweg auf privaten Grund oder ein anderer Weg? Diese Frage stellte sich in der Gemeinderatssitzung.

Nicht im Gemeindebesitz

Bürgermeister Günter Kopp stellte zunächst fest, dass der alte Kirchsteig von Altensteinreuth zum Armesberg nicht im Besitz der Gemeinde sei. Die dortigen Grundstücksbesitzer wären in dem betroffenen Abschnitt für einen Flächentausch bereit. Das Vermessungsamt würde für 300 Euro die Ausmessung und Darstellung in der Karte bewerkstelligen.
Kämmerer Arnold Koch hob dazu den warnenden Finger und verwies auf mögliche hohe Folgekosten. "In der späteren Vermessung sind leicht ein paar Tausender versteckt", gab er zu bedenken.

Der angesprochene Hohlweg müsste nach den Worten von Rathauschef Günter Kopp wieder für landwirtschaftliche Fahrzeuge befahrbar gemacht und der 30 bis 40 Meter parallel verlaufende und teilweise nicht mehr erkennbare Weg aufgelassen werden. Talfließendes Niederschlagswasser müsste am Ende in einem Tümpel aufgefangen werden.

"Es ist äußerst schwierig, den richtigen Weg zu finden. Es gehen jede Menge zum Armesberg rauf", betonte Albert Sollfrank (CSU). Friedl Tretter (Freie Wähler) ergänzte: "Im Wald ist schon immer dort gefahren worden, wo es am besten war." Hans-Gerd Reindl (SPD) schlug vor, alles so zu lassen wie es ist und alles in einer privatrechtliche Vereinbarung regeln.

Der Rathauschef bekräftige seinen Standpunkt, den schönen Weg zu erhalten. Dies sollte angekurbelt werden, damit man wieder vernünftig zur Wallfahrtskirche gehen könne. Allerdings lasse sich keine Maßnahme ohne geklärte Eigentumsverhältnisse anstoßen.
Der Gemeinderat traf deshalb den Beschluss, das Vermessungsamt Tirschenreuth zum Preis von 300 Euro zu beauftragen, den Kirchsteig auszumessen und geographisch darzustellen. Wenn der genaue Grenzverlauf des Hohlwegs mit den Eigentumsverhältnissen festgestellt ist, wird über die weiteren Schritte entschieden.

Tradition erhalten

Der Heimatverein Altensteinreuth unter Vorsitz von Franz Pospischil und Gemeinderat Josef Gößner ergriffen die Initiative. Schließlich geht es für den Heimatverein darum, die alte Tradition der Bittprozessionen aufrecht zu erhalten. Einmal im Jahr, nach der Aussaat im Frühjahr, zogen die Bewohner zur Dreifaltigkeitskirche und beteten dort ein Schaueramt. Sie beteten für eine gute Ernte und dafür, dass die Felder von Unwettern verschont blieben. Die Bittprozession hat ihren Ursprung in den Zeiten, in denen die Menschen noch sehr von den Launen der Natur abhängig war, vermutete Josef Gößner. Bei einer Ortsbesichtigung am Sonntag mit den betroffenen Grundstückseigentümern Stefan Koschta aus Unterwappenöst und Gustl Ackermann aus Zinst war ein gedeihliches Einvernehmen erkennbar.
Der im Besitz der Gemeinde verlaufende und in der Flurkarte eingezeichnete Weg ist nur noch teilweise erkennbar. Parallel dazu verläuft die Hohlgasse. "Den Weg sind wir schon immer gegangen", sagte Erwin Bayer, ein alteingesessener Altensteinreuther.

"Wir sollten machen, dass es was gscheits wird und die Hohlgasse wieder hergerichtet wird", sagte Gustl Ackermann. Ihm pflichtete Stefan Koschta bei: "Wenn die Hohlgasse hergerichtet wird, ist es nicht verkehrt." Die beiden Grundstückseigentümer ließen ihr positives Interesse erkennen, den Weg für eine Sanierung beizutragen.

Für Pospischil und dem Heimatverein ist klar: Wenn die Gemeinde den Hohlweg wieder auf Vordermann bringt, dann stehen die Mitglieder bereit, ihren Arbeitsanteil zu leisten.
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