25.02.2018 - 20:00 Uhr
Kulmain

18 Jahre im Dienst der Bürger

Roland Steininger Bild: ak
von Arnold KochProfil

"Es war immer Erlebnis und Bestätigung, wenn wir Leben retten konnten."

"Anderen helfen hat Vorrang"

Speichersdorf. (ak) Nach 18 Jahren gibt Roland Steininger das Kommandantenamt ab. Der Hausmeister im Schulzentrum ist Jahrgang 1964. 1977 war er Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Goldkronach. Nach seiner Heirat 1983 und dem Umzug nach Speichersdorf trat er der Ortswehr bei und wurde 1988 erstmals als Beisitzer in den Vorstand gewählt. 1994 übernahm er das Amt des zweiten Vorsitzenden. 1996 wählten ihn die Aktiven zum zweiten, 2000 zum ersten Kommandanten der Stützpunktfeuerwehr.

Warum sind Sie Feuerwehrmann und Führungskraft geworden?

Roland Steininger : Die Feuerwehr hat mich schon als Jugendlicher interessiert. Ich war zusätzlich bis 1986 aktiver Fußballer, stand immer in der Zwickmühle zwischen Sport und Feuerwehr. Anderen zu helfen, hatte aber bald Vorrang; so widmete ich mich voll dem Feuerwehrdienst.

Was war das schockierendstes Erlebnis Ihrer Dienstzeit?

1997 war ich als zweiter Kommandant an der Haidenaab bei Göppmannsbühl an einer Vermisstensuche beteiligt. Wegen der Schneeschmelze war der Wasserlauf stark angeschwollen. Zunächst hing ein Gummistiefel am Einreißhaken. Später fanden wir dann den Körper unter angeschwemmtem Gestrüpp. Der Mann war erschlagen worden. Auch das Auffinden eines verstümmelten Frauenkörpers 2015 auf den Bahngleisen hinterließ bei allen Beteiligten Spuren. Aber jede Personenrettung geht einem nahe.

Was war Ihr schönstes Erlebnis?

In meiner Amtszeit haben wir unser Gerätehaus dreimal an- und umgebaut. Die Fertigstellung in diesem Jahr war mein letztes persönliches Ziel, es war für mich nochmal ein emotionaler Höhepunkt. Den ersten Kameradschaftsabend im neu eingerichteten Schulungsraum zu feiern, hat mich schon stark bewegt.

Es war immer Erlebnis und Bestätigung, wenn wir Leben retten konnten, besonders bei den vielen Verkehrsunfallverletzten, denen wir halfen.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Auf meine Mannschaft und meine Familie, die mich immer unterstützt haben. Wir waren nicht immer alle einer Meinung, haben aber immer mit Respekt einen erfolgreichen gemeinsamen Weg gefunden.

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