12.04.2018 - 20:00 Uhr
KulmainOberpfalz

Extreme Wetterlagen in Bayern

Das Wetter setzt im Vorjahr den Waldbauern bayernweit zu. Weniger unter den Klimakapriolen haben allerdings die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft zu leiden.

Vorsitzender Josef Hösl berichtete den Waldbauern vom erfolgreichen Zertifizierungs-Audit für die Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath. Bild: exb
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Kulmain/Kemnath. Gut besucht war die Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) im Haus des Gastes in Kulmain. Ihr berichtete Geschäftsführer Walter Ehlich in seinem Rückblick von "extremen Wetterlagen in Bayern". Spätfröste, ein häufiger Wechsel zwischen Trockenheit, Starkregen, Hitze und Stürmen seien charakteristisch gewesen. Dies habe bayernweit eine starke Zunahme des Borkenkäfers und damit verbunden einen leichten Rückgang der Holzpreise zur Folge gehabt.

Im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft sei das Geschäftsjahr jedoch nicht so problematisch wie im übrigen Freistaat verlaufen, stellte Ehlich fest. Es konnten 7760 Festmeter Rundholz zu durchaus ordentlichen Preisen vermarktet werden. Aufgrund der Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft gab der Redner einen positiven Ausblick auf das laufende Jahr: "Die Entwicklung auf dem Holzmarkt verläuft derzeit gut und lässt hoffen. Sie ist allerdings von der weiteren Entwicklung des Borkenkäfers und von Sturmereignissen abhängig."

Vorsitzender Josef Hösl blickte auf zahlreiche Veranstaltungen zurück. So seien der staatliche Pflanzgarten in Bindlach und das Sägewerk Ziegler besichtigt worden. Kurse in der Sortierung von Nutzholz, über unterschiedliche Pflanztechniken und mehrere Gebietsversammlungen rundeten das Fortbildungsangebot für die 545 Mitglieder ab. Ein im Stichprobenverfahren erfolgtes Zertifizierungs-Audit sei problemlos verlaufen. "Wir dürfen das begehrte PEFC-Zertifikat (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen), das dem Verbraucher garantiert, dass unser Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, in den kommenden Jahren weiter führen", verkündete der Vorsitzende stolz.

Über die "Auswirkungen des Klimawandels aus Waldschutzsicht" sprach Stefan Huber von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in seinem Hauptvortrag. "Die Durchschnittstemperaturen nehmen jährlich zu, während in der wichtigen Vegetationszeit die Niederschläge abnehmen." All das werde zunehmend von extremen sommerlichen Hitzeperioden, Stark-regenfällen und Stürmen begleitet. Infolgedessen vermehrten sich Forstschädlinge stark. Neue, in Bayern bisher nicht bekannte Arten, kämen hinzu.

"Besonders anfällig ist die Fichte für die Folgen des Klimawandels ", mahnte der Forstingenieur aus Weihenstephan. Er empfahl den Waldbesitzern, eine für ihren Wald geeignete Baumartenwahl zu treffen, die Gehölze frühzeitig durch eine Pflege zu stabilisieren und auf einen vitalen Mischwald, statt auf anfällige Nadelholzreinbestände zu setzen.

 

 

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