Gerd Schönfelder für die ARD als TV-Experte bei den Paralympics in Pyeongchang
Mit Gerd in der ersten Reihe

Gerd Schönfelder ist nah dran an den alpinen Wettbewerben bei den Paralympics in Pyeongchang. Für die ARD berichtet der Kulmainer aber nicht nur von den Rennen, sondern auch vom Geschehen abseits der Skipisten. Bild: Dirk Hofmeister
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Kulmain
02.03.2018
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Die Faschingsferien verbringt Gerd Schönfelder mit der Familie beim Skifahren. Da in seiner Brust auch ein Fußballer-Herz schlägt, denkt der mehrfache Paralympicssieger darüber nach, am Samstag noch die D-Junioren des SV Kulmain nach Weißenburg zu begleiten, bevor er am 9. März ins Flugzeug steigt. Ziel: Pyeongchang.

Nach Sotschi in Russland vor vier Jahren ist Gerd Schönfelder bis 19. März wieder für die ARD als TV-Experte bei den Paralympics in Südkorea im Einsatz. Zwar trifft der Kulmainer mit einem Großteil des Fernsehteams am Eröffnungstag in Pyeongchang ein, im "Ersten" wird er aber erst ab 13. März zu sehen sein. "In der ersten Woche berichtet das ZDF", erklärt der 47-Jährige.

Beschäftigungslos ist er deshalb nicht. "Man muss sich erst mal orientieren und sehen, wo ist was." Im Vorfeld geplant seien Interviews mit der deutschen Mannschaft, "wie geht's den Athleten, wie sind sie drauf". Auch schaue er sich die Strecken an, und das ein oder andere werde online übertragen und kommentiert. Er denkt dabei unter anderem an "Geschichten am Rande", so aus dem Deutschen Haus. "Das wird jedoch ein Alpenhaus, weil es für die deutschen Paralympioniken allein zu groß ist", erklärt der Oberpfälzer. Daher werden dort auch die Österreicher und Schweizer untergebracht, was er für eine "coole Idee" hält. So sei etwas mehr geboten und er könne sich auf entsprechende Feste freuen: "Ich bin ja kein Sportler mehr", meint er lachend. Aber nicht nur deshalb hofft er, dass es Medaillen zu feiern gibt und "nachgeholt werden kann, was die Alpinen bei Olympia (wo sie ohne Podestplätze geblieben sind) nicht geschafft haben".

"Will keinen Schmarrn erzählen"

Wer Schönfelder während der Wettkämpfe sucht, wird ihn im Zielbereich bei den alpinen Disziplinen Riesenslalom, Slalom und Kombination finden. Dort wird er mit einem Sportjournalisten die Rennen moderieren. Wer sein Gesprächspartner sein wird, ist aber noch nicht bekannt. "Ich denke, dass es jemand vom MDR sein wird, der diesmal federführend ist." Nachdem er bereits seit 1990 im Skizirkus dabei ist und er gut die Entwicklungen kenne, ist ihm vor der Aufgabe als Co-Moderator nicht bange. "Ich werde wohl kaum Fragen bekommen, bei denen ich nicht weiß, was ich sagen soll." Er hoffe, im Fernsehen locker und authentisch rüber zu kommen. "Ich will keinen Schmarrn erzählen und mich verständlich ausdrücken. Das krieg' ich irgendwie hin."

Dass die Verantwortlichen bei der ARD wieder auf ihn zugekommen sind, ist nahe liegend. "Du brauchst Leute, die Ahnung haben und nah dran sind", meint auch Schönfelder, der als Skifahrer bei sechs Paralympics 16 Gold-, 4 Silber- und 2 Bronzemedaillen gewonnen hat. Aus dieser Zeit und jetzt als Trainer des Paralympic Skiteams kenne er die deutschen Athleten und die Konkurrenz. Nachdem die Öffentlich-Rechtlichen Ende Sommer/Anfang Herbst die Übertragungsrechte für Pyeongchang erhalten hatten, habe er "gewusst, dass ich auf jeden Fall dabei sein werde".

Nicht böse wegen Rio-Absage

Allerdings hätten sie es bei der ARD ursprünglich "gern gehabt, dass ich wie in Rio 2016 auch Olympia mache". Doch nachdem der TV-Deal mit dem Rechteinhaber damals spontan zustande gekommen und die Vorbereitungszeit entsprechend kurz gewesen sei, "haben sie abgespeckt". Böse sei er deswegen allerdings nicht. "Fünf, sechs Wochen am Stück wären zu viel gewesen. So ist es familienfreundlicher." Dass ihn Ehefrau Christina, Sohn Leopold und Tochter Emilia im Winter weniger sehen, "gehört zum Job. Außerdem kennen sie es nicht anders. Aber es kommen auch wieder Zeiten, in denen ich mehr daheim bin."

Kontakt mit seinen Lieben wird er von Südkorea aus überwiegend via Whatsapp halten. "Das ist im Vergleich zu früher viel einfacher geworden." Was das Internet betrifft, "sind uns die Koreaner weit voraus. Überall auf dem Gelände gibt es freies Wlan." Medial rührt der Kulmainer schon die Werbetrommel für die Paralympics. Im Herbst sind in Leipzig die Trailer aufgezeichnet worden, die vor allem an den Wochenenden, wenn Skispringen, Abfahrten und ähnliches übertragen wird, über die Bildschirme flimmern. "Meine Kinder finden das lustig, wenn sie mich im TV sehen, ich aber im Wohnzimmer gleichzeitig neben ihnen sitze."

"Kulturell was mitnehmen"

Gespannt ist der 47-Jährige auf Korea schon alleine deshalb, weil er "das von Olympia dann selbst einmal live sehen kann". Auch freut er sich auf viele Begegnungen mit ehemaligen Konkurrenten und Mannschaftskollegen. Dazu gehört unter anderem Alexander Spitz, den sich das ZDF ins Boot geholt hat. Wenn Schönfelder nicht auf Sendung ist, möchte er sich gerne mal ein Eishockeyspiel anschauen. Um "auch kulturell was mitzunehmen", hofft er in die Hauptstadt Seoul zu kommen. "Für mehr wird die Zeit nicht reichen."

Zeit will er sich aber diesen Samstag nehmen und mit seinem fußballbegeisterten Sohn die D-Junioren des SV Kulmain nach Weißenburg begleiten. Die jungen Kicker haben sich als Oberpfalzmeister für die Endrunde der Bayerischen Meisterschaft qualifiziert. Der "Gold-Gerd", der selbst bei den Alten Herren regelmäßig mitkickt, möchte dabei sein, "wenn der Heimatverein so einen Erfolg im Nachwuchsbereich feiern kann".

Ich bin ja kein Sportler mehr.Gerd Schönfelder freut sich schon auf die Feiern im Alpenhaus


"Ich will keinen Schmarrn erzählen und mich verständlich ausdrücken. Das krieg' ich irgendwie hin.Gerd Schönfelder
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