Landessieger Bruno Fröhler berichtet aus dem Züchterleben
Der Guardiola der Kaninchenzucht

Bruno Fröhler mit einem seiner besten Pferde im Stall. Das Kaninchen der Rasse Rex Zwergen Castorfarbig gehörte bei der Landesschau in Straubing mit zum Siegerteam. Bild: jsa
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Kulmain
03.01.2017
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Bruno Fröhler räumt mit seinen Rex Zwergen Castorfarbig bei der bayerischen Landesschau in Straubing groß ab und sichert sich den Landesmeistertitel. Dabei gelingt ihm ein Novum.

Glückwunsch zum Landesmeistertitel. So etwas gelingt nicht allzu oft im Züchterleben?

Bruno Fröhler: Nein, eigentlich nicht. Ich habe vor zwei Jahren den Landesmeistertitel erringen können und nun meinen Titel verteidigt. Das hat es in unserer Region noch nicht gegeben, deswegen freue ich mich noch etwas mehr als vor zwei Jahren.

Wie stellt man sich Ihre Arbeit vor?

Zunächst die normale Stallarbeit: füttern, ausmisten, pflegen, impfen. Dann muss man natürlich die richtigen Tiere züchten, bestimmte Merkmale kann man nach und nach anzüchten, genau so wie man schlechte Tiere aussortiert, das heißt die gibt's am Sonntag als Braten. Aber damit ist es nicht getan, ich muss ständig Gewicht und Auftreten der Tiere überwachen, zudem trainiere ich mit ihnen die richtige Haltung. Auch das ist ein Bewertungskriterium.

Wie kann man sich so eine Landesschau vorstellen? Wie viele Kaninchen werden dort ausgestellt?

Auf der Landesschau werden die besten Tiere aus ganz Bayern ausgestellt und bewertet. Eine Zuchtgruppe besteht aus vier Kaninchen (drei Rammler und eine Häsin). Es werden alle vier Tiere einzeln bewertet, die Einzelpunkte dann zusammengerechnet. Diesmal hatte meine Gruppe 384,5 Punkte, ein halber Punkt mehr als bei meinem ersten Landestitel. Insgesamt waren in Straubing 7500 Tiere am Start, unterteilt in den einzelnen Rassen.

Und was kostet das Ganze?

Neben An- und Abreise sind für eine Gruppe 65 Euro zu bezahlen. Doch wenn man einen Titel holt, bedeutet das eine immense Aufwertung der eigenen Tiere. Ich hätte zum Beispiel alle meine Tiere zu einem guten Preis verkaufen können. Zwei habe ich tatsächlich verkauft, die anderen werden weiter gezüchtet.

Eine Titelverteidigung stellt man sich so vor: Ich nehme einfach die Tiere vom letzten Mal und stelle sie wieder aus? Never Change a winning Team sozusagen?

So einfach ist das nicht! Es dürfen nur Tiere vom laufenden Zuchtjahr ausgestellt werden. Das heißt, nur Kaninchen, die im Jahr 2016 zur Welt gekommen sind. Man muss also immer von Neuem anfangen und eine gute Gruppe zusammenstellen. Da gehört auch eine Portion Glück dazu.

Bei der nächsten Landesschau wird dann der Hattrick angepeilt?

Leider ist das nicht mehr möglich. Die Landesschau war die 32. und wohl auch letzte. Ab 2018 geht sie auf in eine süddeutsche Kaninchenschau (voraussichtlich in Ulm), bei der dann Aussteller nicht nur aus Bayern, sondern auch aus Hessen und Baden-Württemberg dabei sind. Dort sollen circa 12 000 Kaninchen antreten. Da steigt der Konkurrenzkampf.

Und wie sind die weiteren Pläne?

Ein großes Ziel habe ich noch, ich würde gerne auf der Bundesschau in Leipzig nächstes Jahr einen Erfolg erzielen. Immerhin 30 000 Kaninchen sind dort am Start. Zunächst gilt es, auf der Bezirksschau Plößberg am Wochenende meinen Bezirkstitel zu verteidigen. Das ist kein Selbstläufer, die Konkurrenz in der Region liefert hervorragende Arbeit ab.
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