18.04.2017 - 20:00 Uhr
KulmainOberpfalz

Probleme mit Baumart von Menschen gemacht: Fichte nicht verteufeln

(ak) Die Fichte ist immer noch der am weitesten verbreitete Baum in der Region. Der Klimawandel erfordert zwar einen Umbau des Waldbestandes, doch hat sie durchaus in einem Mischbestand ihre Existenzberechtigung.

Carina Lober. Bild: ak
von Arnold KochProfil

Bei der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) referierte Forstfachberaterin Carina Lober über den Baum des Jahres. Die Fichte sei mit dem Klimawandel risikobehaftet, "aber dennoch unsere wichtigste Wirtschaftsbaumart". Sie bringe gutes Bauholz und sei standortunproblematisch sowie schattenertragend. Klimawandel, Borkenkäfer, Windwurf und Schneebruch sowie geringere Artenvielfalt seiten die Schattenseiten.

Der für kältere Klimazonen ideale Nutzbaum wurde laut der Rednerin im 19. Jahrhundert wegen seiner Schnellwüchsigkeit und Anspruchlosigkeit hauptsächlich in Hochlagen und Mittelgebirgen großflächig angepflanzt. Die Fichte findet als Bau- und Konstruktionsholz Verwendung und nimmt 40 Prozent der bayerischen Waldflächen ein. Sie trägt rund 90 Prozent der Walderträge bei. Der Klimawandel bringt die Probleme Trockenstress, Borkenkäfer, Wind- und Schneebruch für solche Bestände mit sich, die nicht an den Standort angepasst sind.

Diese könnten durch geeignete Maßnahmen gelöst werden. Lober riet, bereits die Jungbestände zu pflegen, um die Stabilität zu erhöhen. Durchforstungen sollten früh, mäßig und oft erfolgen. Ein Mischwald mit Buche und Tanne sei vorteilhaft. Waldböden mit Staunässe müssten vermieden werden. "Die Fichte ist und bleibt für unsere Region eine der wichtigsten Wirtschaftsbaumarten. Sie prägt unsere Region und sollte nicht weiter verteufelt werden, da ihre Probleme von uns gemacht sind", verdeutlichte die Referentin.

Ein an den Standort angepasster Anteil von Buche, Weichlaubhölzern, Tanne und Lärche erhöhe die Stabilität des Fichtenbestandes. Damit wappne man den Wald der Zukunft gegen das sich wandelnde Klima und werde den kommenden Bedürfnissen der Waldbesitzer und der Holzwirtschaft gerecht.

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