05.04.2017 - 20:00 Uhr
KulmainOberpfalz

Walter Ehlich wünscht sich von Waldbesitzern höhere Einschlagszahlen: Säge und Axt bleiben zu oft zu Hause

(ak) Ohne betriebliche Störungen und große Schadensereignisse verlief das Jahr 2016 für die Waldbauern in der Nordoberpfalz. Das Käferholz begleitete die Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) während des ganzen Jahres ohne überhand zu nehmen. Doch weiter sinkender Holzeinschlag der Mitglieder birgt große Gefahren.

Walter Ehlich appelliert an die Waldbesitzer, häufiger zur Axt zu greifen. Bilder: ak (2)
von Arnold KochProfil

"Die kühlfeuchte Witterung mit ausreichenden Niederschlägen bis Ende Juli war hervorragend für unseren Wald und schlecht für den Borkenkäfer", berichtete FBG-Geschäftsführer Walter Ehlich. Die Stürme "Egon" und "Thomas" gingen Anfang des Jahres an Nordbayern schadlos vorüber, sorgten aber in anderen Regionen für Windwurf und vermehrtes Holzaufkommen. "Der Binnenmarkt war auch durch 20 Prozent mehr Baugenehmigungen anhaltend stark", teilte Ehlich mit.

Ein Überangebot an Restholz sorgt jedoch auch bei Hackschnitzel für rückläufige Preise. Die Sägewerke sind mit Rundholz gut versorgt, so dass sich die Preise stabil hielten. In Tschechien und Niederbayern gibt es große Befallgebiete des Borkenkäfers und die Holzströme aus Slowenien, Sachsen und Thüringen fließen. In Südbayern stiegen die Preise für Rundholz auf rund 90 Euro. Der Preis für Industrie- und Papierholz gerät durch Produktionsverringerung unter Druck und lag 2016 bei akzeptablen 83 Euro pro Festmeter. Der Trend geht hin zu Drei-Meter-Holz.

"Leider sind unsere Einschlags- und Vermarktungszahlen deutlich geringer als in den letzten Jahren. Es gibt momentan eine sehr geringe Bereitschaft der Waldbesitzer, Holz einzuschlagen", berichtete Ehlich. Die FBG vermarktete 5108 Festmeter Sägerundholz in Fixlängen und 370 Raummeter Industrieholz. Das waren 25 Prozent weniger als 2015 und die Hälfte des Durchschnitts der vergangenen drei Jahre. Bei der Wertholzsubmission in Himmelkron erzielten im Schnitt die Fichte 204, die Kiefer 161, die Lärche 273 und die Eiche 473 Euro .

Auch für 2017 sieht Ehlich die Sägewerke gut versorgt. Die Nachfrage nach frischem Nadelholz hält an. Alle Sortimente werden für einen stabilem Preis abgenommen. Momentan halten sich Sägewerke mit dem Einkauf zurück, da die Versorgungslage durch Zustrom von regionfremdem Holz gut ist. Einen deutlichen Impuls erwartet Ehlich vom Verkauf des Klausner-Werkes KHT in Thüringen an einen kanadischen Konzern, der verstärkt Zellstoff produziert. Das Werk hat eine Kapazität von rund zwei Millionen Festmeter, so dass Holz aus Thüringen und Sachsen wieder vor Ort verarbeitet werden kann und damit den heimischen Markt entlastet.

"Der Einschlag darf nicht nur vom Holzpreis allein abhängig gemacht werden. Der Privatwald ist durch die geringen Einschlagszahlen kurz davor, den Anschluss an den Holzmarkt zu verlieren. Wir müssen ausreichend Holz zur Verfügung stellen, um als Marktpartner noch wahrgenommen zu werden", warnte Ehlich. Nur zuverlässige Lieferanten garantierten gute Preise. Er riet dazu, in Sachen Borkenkäfer Schadstellen zu sichten und das Holz sofort aufzuarbeiten.

Zum Thema Stromtrassen erklärte der Redner, das die FBG kein Mandat hat, um relevante Entscheidungen für die Mitglieder zu treffen. Die FBG werde weiter Informationen sammeln und diese an Mitglieder weiterleiten. Sie unterstütze die Forderung nach wiederkehrenden Leistungen der durch Leitungstrassen betroffenen Grundstücksbesitzer.

 

 

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