Resistentere Arten im Staatsforst

Beim Waldspaziergang mit dabei waren die Leonberger Gemeinderäte mit Bürgermeister Johann Burger (4. von links) an der Spitze. Revierleiter Wolfgang Pröls (links) und Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider (rechts) zeigten die umfassenden Verjüngungsmaßnahmen im Waldgebiet der Abteilung „Mäntling“ auf.
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Leonberg
09.07.2017
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Waldluft schnupperten kürzlich die Leonberger Gemeinderäte. Vor der jüngsten Sitzung ging es in die Abteilung "Mäntling" zwischen Neuhof und Zirkenreuth. Dort informierte der Forstbetrieb Waldsassen über eine geplante Waldverjüngung und den Bau einer neuen Forststraße.

Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider und Revierleiter Wolfgang Pröls berichteten beim Rundgang, dass der derzeitige Bestand ein Alter von 100 bis 160 Jahren erreicht habe. "Wir müssen jetzt die Verjüngung angehen und dürfen nicht mehr viel Zeit verlieren", sagte Pröls. Das Klima werde künftig wärmer und trockener. "Wir brauchen Baumarten, die diesen neuen klimatischen Verhältnissen trotzen können." Als waldbauliches Ziel nannte er den Umbau des Fichten- und Kiefernbestandes in klimaresistente Mischwälder. Als nächste Aufgabe nannte er die Schaffung von "kleinen Lichtschächten", um das Wachstum der jungen Bäume zu fördern. Die Verjüngung werde mit der Einbringung von Buchen beginnen. In etwa acht bis zehn Jahren sollten die Lichtungshiebe zur natürlichen Verjüngung von Fichte, Kiefer und Lärche beginnen. Zum Abschluss der Verjüngungsmaßnahmen, in etwa 20 bis 25 Jahren, werde die kleinstandörtliche Ergänzung mit Eiche und Douglasie folgen. Damit das Holz aus der rund 50 Hektar großen Waldabteilung abtransportiert werden kann, musste ein stabiler 1,8 Kilometer langer Forstweg gebaut werden. Die Kosten hierfür betrugen knapp 50 000 Euro. Der Weg wurde so ausgebaut, dass ihn auch Lastwagen befahren können. Geschaffen wurden auch eine Wendestelle und Anschlüsse zu fünf bestehenden Waldwegen, die in Privatwälder führen. Der Forstbetrieb Waldsassen unterhält in seinem Zuständigkeitsgebiet Wege mit einer Gesamtlänge von 702 Kilometern, wie Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider mitteilte. Pro Jahr würden in die Instandhaltung etwa eine halbe Million Euro investiert.

Bei der folgenden Sitzung stellte Gerhard Schneider den Forstbetrieb Waldsassen näher vor. "Wir betreuen zehn Reviere, bei uns arbeiten 60 Mitarbeiter." Abgeholzt werden im Forstbetrieb pro Jahr 165 000 Festmeter auf einer Fläche von 23 000 Hektar - rund ein Viertel der Landkreisfläche. Schneider versicherte: "Bei uns im Forstbetrieb wächst wesentlich mehr zu, als wir jährlich abholzen. Nur durch unsere erfolgreiche Waldbewirtschaftung haben wir Geld für Investitionen." Als Beispiel nannte er den Waldbesinnungspfad "Resl von Konnersreuth". Jährlich gebe der Forst rund 250 000 Euro für solche Naturschutzprojekte aus. Jedes Jahr, so Schneider weiter, bringe der Forstbetrieb rund 300 000 neue Pflanzen auf die Flächen aus und sorge so für die Verjüngung der heimischen Wälder.
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