12.01.2018 - 20:00 Uhr
LeonbergOberpfalz

Gemeinde Leonberg droht mit Strafen Lappen verstopfen Kanalschächte

Lappen und Tücher verstopfen die Abwasserkanäle. Die Gemeinde Leonberg will die ständigen Verunreinigungen nicht mehr hinnehmen und droht mit Strafen.

So sieht es derzeit im Pumpwerk in Münchsgrün aus. Eigentlich sollte hier nur Abwasser drin sein, dagegen befinden sich eine Fülle von Materialien im Schacht, die das Pumpwerk gar nicht befördern kann. Die Folge sind Verstopfungen und Schäden, für die der Bürger im allgemeinen haftet.
von Josef RosnerProfil

"Wir werden jetzt verstärkt Kamerabefahrungen anordnen und auch Strafmaßnahmen aussprechen, sollte sich dies nicht ändern", sagte Bürgermeister Johann Burger in der Gemeinderatssitzung. Gemeint waren die Probleme bei den Abwasserpumpwerken der Gemeinde, die mehr und mehr mit Lappen und Feuchttüchern verunreinigt werden. "Die Kosten der Reinigung müssen alle Bürger tragen, nur weil ein paar Unbelehrbare diese Abfälle über die Kanalisation entsorgen, anstatt sie in den Müll zu geben. Der Abfall hat dort nichts zu suchen", schimpfte Burger. Dies gilt für alle Einwohner der Gemeinde, aber auch für die Bewohner von Pleußen, deren Abwasser in die gemeindlichen Abwasserkanäle fließt. Eigentlich sollten die Abwässer in den Pumpwerken problemlos abfließen. Diese wurden zuletzt an Weihnachten gewartet. Ortssprecherin Sonja Schmid sagte: "Das große Problem sind die Feuchttücher, die alles verstopfen." Bürgermeister Johann Burger pflichtete ihr bei, "unsere Pumpwerke schaffen das nicht". Weiter machte der Bürgermeister deutlich, dass es Ziel sei, die Abwasserpreise stabil halten zu können. Das gelinge so nicht. Die Mehrkosten müssten alle zahlen.

Josef Siller (CSU) sprach sich für Mitteilungen an jeden Haushalt aus, was in die Kanalisation darf und was nicht. Das unterstützt auch 3. Bürgermeister Alois Männer. Max Zintl (CSU) monierte in diesem Zusammenhang, dass in den Schulen überhaupt nicht mehr über Mülltrennung gesprochen wird. 2. Bürgermeister Helmut Kipferl (Freie Wähler) fragte, ob eine Strafverfolgung überhaupt möglich sei. Bürgermeister Burger machte unmissverständlich deutlich, dass er durchgreifen will.

Kanal schon wieder dicht

Tags darauf wurde bei einem Pressetermin von 3. Bürgermeister Alois Männer, er ist auch gemeindlicher Beauftragter, und Josef Haberkorn auf die Problematik hingewiesen. Im Pumpwerk in Themenreuth fand Männer ein Bündel Lappen und Feuchttücher. "Ein normales Feuchttuch lässt sich leicht zerreißen, ist es aber gebündelt, gibt es keine Chance mehr. Ich habe das Pumpwerk vor zwei Wochen gereinigt, jetzt ist es schon wieder dicht", sagte Männer. Es gebe vor allem Probleme in Themenreuth, Münchsgrün und Hofteich. In Hofteich fließt das Abwasser auch aus Pleußen, Königshütte, Neuhof und Neumühle ein.

"Es ekelt einen"

Josef Haberkorn ist seit 18 Jahren Betreuer des Abwasserpumpwerkes in Münchsgrün. Er habe die Nase voll. "Schon beim Blick in den Schacht ekelt es einen." Eine ganze Fülle von Tüchern, Lappen und andere Sachen liegen auf dem Grund des Pumpwerkes. Dies alles müsse er immer wieder herausfischen.

Bürgermeister Burger und seine beide Mitstreiter richteten den eindringlichen Appell an alle Bürger, künftig keine Lappen oder Feuchttücher mehr über die WC-Spülung zu entsorgen. "Wenn wir einen erwischen, drohen empfindlichen Strafen", so Burger.

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