22.08.2014 - 00:00 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

In Leuchtenberg grassiert die Amerikanische Faulbrut - Auch Wachs und Waben vernichtet Ganzes Bienenvolk getötet

von Ernst FrischholzProfil

In einem Bienenstand in Leuchtenberg hat das Staatliche Veterinäramt die Amerikanische Faulbrut festgestellt. Das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer wurde zum Sperrbezirk erklärt.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Bakterienerkrankung, die das Bienenvolk nach und nach dahinrafft. Letztmals trat die Seuche im Landkreis vor zwei Jahren bei Eschenbach auf. Zurzeit ist auch der nördliche Landkreis Tirschenreuth betroffen.

Aktuell ist diese Bienenerkrankung bei einem Volk in der Marktgemeinde Leuchtenberg nördlich des Ortsteils Sargmühle festgestellt worden. Im jüngsten Amtsblatt hat das Landratsamt das Gebiet im Umkreis von einem Kilometer zum Sperrbezirk erklärt. Alle Bienenvölker darin sind umgehend auf die Erkrankung zu untersuchen. Bewegliche Bienenstände dürfen aus dem Sperrgebiet nicht entfernt werden.

Für Dr. Ralf Blome vom Staatlichen Veterinäramt ist die Rückverfolgung der Bakterienerkrankung sehr schwierig. "Wo so was herkommt, kriegen wir in den seltensten Fällen raus", bedauert der Mediziner. Eine Möglichkeit ist, dass ein nicht ausgewaschenes Bienenglas in einen Glascontainer geworfen wurde und sich hier sich die Bakterien entwickelt haben. Die Bienen, die dadurch angelockt werden, tragen die Sporen in den Stock und stecken die Brut an. Das Volk geht dann allmählich ein. Die Bienen sind auch nicht mehr in der Lage, ihren Stock zu verteidigen und so räubern darin Nachbarvölker. Die Folge: Die Krankheit wird übertragen.

Ein guter Imker merkt, dass es seinem Volk nicht gut geht, sagt der Veterinär. Da es sich um lebensmittelproduzierende Tiere handelt, ist jeder Verdacht der zuständigen Behörde zu melden. Das war in Leuchtenberg der Fall. Der Züchter hatte eine Veränderung erkannt und vollkommen richtig reagiert. "Wir sind in diesem Fall hinausgefahren und haben Proben genommen. Das Ergebnis hat die Erkrankung bestätigt", erzählt Blome.

Der Bestand wurde gesperrt und die Tötung angeordnet. Dazu erfolgte auch die Vernichtung von Wachs und Waben. Bei einer solchen Anordnung bekommt der Imker eine Entschädigung für den Verlust. Er kann ja nichts dafür.

"Wir sind im Kontakt mit dem Imker", betont Blome. Wenn es ein Problem gibt, dann könnten das im Sperrgebiet herumstehende Völker sein, die wir nicht kennen. Verlaufen zwei Untersuchungen im Abstand von acht Wochen positiv, wird die Verordnung wieder aufgehoben.

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