Wittschauer und Preppacher sauer über Windrad, das näher bei Leuchtenberg als bei Deindorf ist
"Wernberg hat gemauert"

Bürgermeister Anton Kappl (Mitte) zeigt in die Richtung, wo das Windrad errichtet werden soll. Gerhard Guse und Roman Hölz (vorne, von links) trauen dem Plan nicht, den der Bürgermeister an einem Auto aufgehängt hat. Bild: fz
Lokales
Leuchtenberg
26.08.2014
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Fassungslos und entrüstet sind die Bürger der Ortschaften Wittschau und Preppach. Da geht unmittelbar vor ihrer Haustür ein Windrad in die Endphase der Genehmigung, und an ihnen ist das alles vorbeigelaufen. "Man kommt sich vor, als würde man an der Grenze zweier verfeindeter Staaten leben", brachte der Preppacher Alfons Schmeidl das Problem auf den Punkt. Kommen noch weitere Windkraftanlagen?

Die Krux ist, dass die Genehmigungsbehörde für das geplante Projekt das Landratsamt in Schwandorf ist. Wittschau und Preppach liegen zwar an der Landkreisgrenze, aber im Landkreis Neustadt. Zwei Windräder sind bereits genehmigt und werden etwas weiter entfernt errichtet. Das dritte soll nun an der Gemeindegrenze des Marktes Wernberg-Köblitz zum Markt Leuchtenberg gebaut werden. Der Radius von 600 Metern um das Windrad reicht direkt an die Häuser der beiden Ortschaften heran.

Vor knapp vier Wochen hatte Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl das Vorhaben auf den Tisch bekommen. Die Marktgemeinde musste eine Stellungnahme abgeben, die der Marktrat auch formulierte (wir berichteten). Leuchtenberg lehne das Windrad ab, weil es zu nah an den Ortschaften sei und ihnen jegliche Entwicklungmöglichkeit nehme. Außerdem beeinträchtige die Windkraftanlage die Ansicht auf die Burg Leuchtenberg.

Am Freitagabend holte Bürgermeister Kappl die Wittschauer und Preppacher an das einige Meter von der Autobahn entfernt liegende, für die Bebauung vorgesehene Grundstück, um sie zu informieren. Mit dabei war auch der geschäftsleitende Beamte des Marktes Wernberg-Köblitz, Stefan Falter. Der von Ministerpräsident Horst Seehofer vorgegebene Abstand "Höhe mal zehn" greife hier nicht, weil der Antrag noch vor dem 4. Februar eingereicht worden und somit Bestandsschutz gegeben sei.

Kappl führte aus, dass das Windrad mit einer Nabenhöhe von 120 Metern geplant sei und die Gesamthöhe 180 Meter betrage. "Unsere beiden Orte Wittschau und Preppach liegen näher an der Anlage als Deindorf im Markt Wernberg-Köblitz", stellte Kappl fest. Der Preppacher "Kümmelbauer" Roman Hölzl zweifelte ebenso wie Gerhard Guse aus Wittschau den Radius zu beiden Orten an. Hier habe man wohl alle Augen zugedrückt. Aus Berichten im "Neuen Tag" konnte man entnehmen, dass für Deindorf ein Lärmgutachten sowie ein Gutachten für eine automatische Abschaltung wegen Schattenschlages in Auftrag gegeben worden seien. Beide seien Bestandteil des Genehmigungsaktes.

Häuser verlieren an Wert

Am meisten werde Wernberg angelastet, dass die Betreiberfirma eine Informationsveranstaltung in Wernberg abhielt, von der man in Wittschau und Preppach nichts erfahren hatte. "Wernberg-Köblitz hat gemauert", ärgerte sich der Preppacher Schmeidl.

Restlos den Boden unter den Füßen zog es den Bürgern weg, als Falter erklärte, dass man wohl mit weiteren Anlagen rechnen könne. "Unsere Häuser verlieren an Wert, und andere schöpfen den Rahm ab", schimpfte Schmeidl.
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