21.09.2017 - 17:19 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Apfel-Saison in der Mosterei Bernhard in Leuchtenberg Kleiner Traum vom Apfelsaft

Den Apfel im eigenen Garten reifen sehen, ihn ernten, zu hochwertigem Saft verarbeiten und das ganze Jahr als Most genießen - der Traum vieler Gartler mit Obstbäumen. Wie Maria Bernhard von der Mosterei Bernhard in Steinach (Markt Leuchtenberg) prognostiziert, dürfte der Traum heuer nicht so leicht zu erfüllen sein.

von Ernst FrischholzProfil

Von Ernst Frischholz und Sonja Kaute

Wenn im kleinen Ortsteil Steinach (Markt Leuchtenberg) von drei Seiten Autos, Hänger und Traktoren anrollen, dann hat die Apfelsaison begonnen und das Fünf-Häuser-Dorf hat einen Mittelpunkt: die Mosterei von Josef und Maria Bernhard. Hier bekommt jeder Kunde den Saft aus den eigenen Äpfeln und kann bei der Produktion Hand anlegen. Gepresst wird meist am Samstagvormittag.

Wer das nutzt, fährt mit einer zwei- bis dreistelligen Zahl an gefüllten Flaschen zurück nach Hause. Der Kunde schüttet seine Äpfel in den Häcksler, danach durchläuft das Obst den Press- und Abfüllvorgang. Im Unterschied zu früher steht Josef Bernhard nicht mehr selbst da und bedient mit viel Körperkraft die Saftpresse. Heute regeln das die Töchter Julia oder Monika dank neuer Bandpresse per Schalter. Laut Maria Bernhard steigert die neue Maschine die Qualität und den Geschmack des Saftes. Dieser habe mehr feine Treibstoffe, die ihn so gesund machen. Geblieben ist das, was die Kunden am meisten schätzen: Dass sie am Ende den Saft aus den eigenen Äpfeln mitnehmen.

So werden die Äpfel in der Mosterei verarbeitet:

In der Mosterei wimmelt es am Samstagmorgen wie in einem Ameisenhaufen. Eine junge Familie kommt ursprünglich aus Obertresenfeld (Vohenstrauß), lebt aber mittlerweile in München. Das hindert sie jedoch nicht dran, zur Apfelernte heimzukehren und die Äpfel in der Mosterei zu Saft verarbeiten zu lassen. Denn der Großvater schafft das alleine nicht mehr. Sein Enkel Theo sitzt auf den sieben mitgebrachten Zentnern Äpfeln und verlässt seinen Spitzenplatz erst, als der Papa die Äpfel zum Häckseln gibt. Rund 150 Flaschen Apfelsaft wird die Familie heuer mit zurück nach München nehmen. Dabei war es schon einmal mehr Obst, das in der Mosterei verarbeitet wurde.

Die Apfelernte wird sich heuer in Grenzen halten, ist sich Maria Bernhard sicher. Das sehen die Bernhards auch bei ihren 500 Bäumen auf der Streuobstwiese. Der Frost im Frühjahr hat bei den frühen Sorten teils sogar die geschlossenen Blüten geschädigt. Späte Sorten wie der Boskop sind auf der guten Seite, erläutert Bernhard. Sie brauchen die Kälte bis Mitte Oktober und werden dadurch sogar immer besser.

Tipps von Maria Bernhard zur Apfelernte:

Die Tipps von Maria Bernhard in Kurzform:

  • Die Äpfel am Baum ausreifen lassen. Allerdings nicht zu lange, denn überreife Äpfel werden mürbe.
  • Äpfel nicht einlagern, bevor sie zur Mosterei gebracht werden. Abgefallene Äpfel liegen lassen und kurz vor der Ernte mit einsammeln.
  • Keine faulen Äpfel mitbringen und das Obst vor Anlieferung waschen.
  • Boskop und ähnliche späte Sorgen nicht vor Mitte Oktober ernten.
  • In der Mosterei anmelden (09659/932465) und die ungefähre Menge angeben. Mindestmenge: 1,5 bis 2 Zentner. Gepresst wird dieses Jahr voraussichtlich samstags vormittags.

Die Bernhards pressen von ihren Obstbäumen die Naturparksäfte, und auch der Saft von den Streuobstwiesen der Tännesberger Biodiversität wird in Steinach hergestellt. In der hofeigenen Brennerei destilliert außerdem Tochter Monika Bernhard Brände aus dem Obst.

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