29.03.2017 - 14:19 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Bundespolizei Waidhaus greift 21 Menschen auf Kinder, Frauen und Männer von Schleuser abgesetzt

Sie waren vor zwei Tagen in Rumänien aufgebrochen. Seither hatten sich die Migranten ununterbrochen auf der Ladefläche eines bisher unbekannten Lastwagens aufgehalten und waren kurz nach Passieren der tschechisch-deutschen Grenze von ihrem Schleuser in der Nähe von Leuchtenberg einfach abgeladen worden.

Den frierenden und durstigen Kindern wurde schon vor Eintreffen des Roten Kreuzes geholfen.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Leuchtenberg / Waidhaus. Wie die Bundespolizei Waidhaus am Mittwoch mitteilte, bemerkte ein aufmerksamer Bürger am Vormittag die 21 Personen, bei denen es sich vermutlich um Kurden aus dem Irak handelt, und alarmierte die Polizei. Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, der Polizeiinspektion Vohenstrauß und der Polizeiinspektion Fahndung Waidhaus rückten daraufhin aus, um die orientierungslosen Migranten einzusammeln und zur Bundespolizei nach Waidhaus zu bringen.

Bei den Geschleusten handelt es sich um fünf Kinder im Alter von drei bis elf Jahren, sieben Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, darunter eine Schwangere, und neun Männer zwischen 24 bis 45 Jahren. In Waidhaus wurden sie zunächst in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz der Bereitschaft Vohenstrauß mit Decken, Trinken und Nahrung versorgt. "Ihr Gesundheitszustand war für die erlebten Strapazen relativ stabil. Alle froren jedoch und waren sehr durstig und müde", heißt es im Bericht der Bundespolizei.

Schleuser ist noch flüchtig

Im Anschluss befragten Ermittler mit Hilfe von Dolmetschern die Migranten, um Hinweise auf den Fahrer, das Fahrzeug und die Drahtzieher der Schleusung zu bekommen. Der Schleuser-Lkw ist laut Bundespolizei derzeit noch flüchtig, zur Fahndung war ein Hubschrauber im Einsatz. Laut ersten Angaben der Migranten mussten sie bis zu 6.000 Euro pro Person für ihre Flucht hinblättern.

Die Geschleusten werden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen voraussichtlich zur Erstaufnahmeeinrichtung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebracht.

Hintergrund

Laut Bundespolizei handelt es sich bei dieser Schleusung um die erste Großschleusung in diesem Jahr. 2016 waren mehr als 200 Menschen bei neun illegalen "Massentransporten" von bis zu 34 Personen per Lkw oder Kleintransporter eingeschleust worden. Dabei handelte es sich überwiegend um Iraker, Afghanen und Syrer. Den Ermittlern der Bundespolizei war es in einigen Fällen gelungen, durch aufwendige Recherchen an die Hintermänner im Ausland heranzukommen und Haftbefehle gegen sie zu erwirken.

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