Grundstück löst Diskussion aus
Randstück zentraler Streitpunkt

Vermischtes
Leuchtenberg
10.04.2018
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Der Bebauungsplan "Buchbühl" im Ortsteil Michldorf soll nach dem Willen des Gemeinderates im vereinfachten Verfahren geändert werden. Dadurch kann eine noch freie Parzelle bebaut werden. Doch der Verwaltungsakt löst eine unerwartete Diskussion aus.

Es geht um ein Randgrundstück in dem Baugebiet, das bisher nur Standort für Wertstoff-Container war und inzwischen von der Gemeinde verkauft wurde. Den Worten des Tännesberger Architekten Josef Schönberger zufolge, war die Parzelle ursprünglich als Parkplatz gedacht, wurde aber in den vergangenen Jahrzehnten nie als solcher genutzt. Nun geht es darum, schnellstmöglich Baurecht zu erreichen, damit die Käufer ihre Pläne verwirklichen können.

Schönberger hat dem Gemeinderat das sogenannte vereinfachte Verfahren vorgeschlagen, bei dem - die Zustimmung des Landratsamtes vorausgesetzt - für Anfang Mai schon Baurecht zu erreichen sei. Gerlinde Janker (SPD) beklagte, der Gemeinderat sei nie darüber informiert worden, dass das Grundstück einmal als Parkplatz geplant gewesen sei. Das Grundstück habe überdies immer als eine Art Rückversicherung gegolten für den Fall, dass es finanziell einmal ganz eng werde. Sie werde daher aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Änderung des Bebauungsplans stimmen. Bernhard Kammerer (CSU) entgegnete, die Diskussion sei vollkommen unverständlich. Der Haushalt der Gemeinde sei bereits mit Hilfe des Verkaufs dieses Grundstücks ausgeglichen worden. Rainer Schmeidl (CSU) warnte davor, unglaubwürdig zu werden. Und Bürgermeister Anton Kappl fügte hinzu, eine Rückabwicklung des Kaufs könne den Markt teuer zu stehen kommen. Drei Gemeinderäte verweigerten der Bebauungsplanänderung dennoch ihre Stimme.

Den Breitbandausbau nutzt die Gemeinde, um "schwarze Löcher" zu schließen. Im Ortsteil Wieselrieth werden fünf neue Straßenlampen für gut 17 000 Euro angeschafft. Eine Maßnahme, die in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben wurde, die sich nun laut Kappl aber regelrecht aufdrängt, wenn die Straße für den Breitbandausbau "schon einmal offen ist". Im Ortsteil Lerau wird ein Gehöft am Ortsteilrand durch eine zusätzliche Leuchte für 4000 Euro aus der Dunkelheit geholt. Kappl meinte: "Die Leute haben ja irgendwie auch einen Anspruch darauf." Zugestimmt hat der Gemeinderat einer losen Städtefreundschaft namens "Ortsfreundschaft Leuchtenberg", die von dem Eichstätter "Freundeskreis Leuchtenberg" an den Markt herangetragen wurde. Alle möglichen Orte, die mit den Herzögen von Leuchtenberg und den Fürsten von Eichstätt zu tun haben, sollen sich vernetzen. Der Gemeinde entstehen dadurch laut Kappl keine Kosten. Neben Eichstätt und Leuchtenberg sollen auch München, Ismaning, Denkendorf und Seeon beitreten. Den Bauanträgen (Dachgauben an einem Wohnhaus in Döllnitz bzw. Anbau an das Büro der Firma Liegl in Wieselrieth) hat der Marktgemeinderat sein Einvernehmen erteilt.
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