Landestheater Oberpfalz
Mehr Bühnen fürs LTO

Albert Rupprecht (links) nahm aus dem Gespräch mit dem Künstlerischen Leiter Till Rickelt, Bürgermeister Anton Kappl, Marktrat Rainer Schmeidl und LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer (von rechts) einige Verbesserungsvorschläge mit. Bild: fz
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Leuchtenberg
14.12.2016
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Das Landestheater Oberpfalz (LTO) will sich weiter in die Fläche ausbreiten und tiefer in der Region verankern. Gerade im Kinder- und Jugendbereich haben Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer und der Künstlerische Leiter Till Rickelt konkrete Vorstellungen.

(fz) Diese vermitteln die beiden in der Theaterschmiede in Leuchtenberg dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht. Mit dabei war auch Bürgermeister Anton Kappl sowie Marktrat Rainer Schmeidl.

Meidenbauer legte zur Untermauerung der Bedeutung des LTO erst einmal Zahlen vor. Im Theaterbetrieb des Jahres sind 17 Produktionen mit 165 Aufführungen an 12 Spielorten gelaufen, die von 30 000 Besuchern gesehen wurden. Das Bemerkenswerte dabei, dass dies 45 Prozent Kinder waren.

Burg als "Flaggschiff"

"Die Burgfestspiele in Leuchtenberg sind das Flaggschiff des LTO, aber wir müssen uns in die Nachbarregionen mit festen Standorten ausweiten. Sonst funktioniert das Gesamtkonzept nicht, weil sich der Aufwand nicht rechtfertigt", machte der Geschäftsführer klar. Waldeck (Kreis Tirschenreuth) werde daher ein fester Spielort werden, aber es brauche mehr solcher Orte. Rupprechts Vorschlag war, die Burgherren im Landkreis Tirschenreuth wie etwa Falkenberg anzugehen. Oder auch Waldsassen, "denn das braucht neben der Historie auch Wertigkeit". Hier werde er mit seinen Kontakten die Fühler ausstrecken.

Probleme bei Förderung

"Wir wollen auch mit einem zweiten Projekt in die Fläche vor Ort", erklärte Meidenbauer. Als Beispiel nannte er Theaterpädagogik an Schulen oder in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Hierzu bedürfe es aber einer Förderung.

Rickelt beklagte sich, dass es schwer sei ins Förderprojekt "Kultur macht stark" zu kommen. Denn das Antragsverfahren für dieses Bundesprogramm sei so umfangreich gewesen, dass man schließlich die Finger davon gelassen habe. "Wir müssen ausloten, was in die Leitlinien passt. Einfach mit mir vorher darüber sprechen, dann könne er auch zu den maßgeblichen Entscheidern Kontakt aufnehmen", bot Rupprecht an. Grundkonsens sei, dass das angedachte Projekt flächendeckend ist. "Wenn ihr an Schulen in der Region systematisch etwas macht, dann passt das sicherlich mit rein, stellte der CSU-Politiker fest.

Meidenbauer sprach auch das Sponsoring von Firmen an. Er könne sich vorstellen, dass ein Bekleidungsunternehmen die Kostümausstattung unterstützt. Rupprecht verwies auf in einem anderen Zusammenhang sehr erfolgreiche Gespräche mit dem Bekleidungsunternehmen Mehler in Tirschenreuth. Da könnte er sich eine Kooperation vorstellen.

Außerdem sprach Kappl ein ortsspezifisches Problem an: die Burgförderung. "Wir haben da einen Investitionsbedarf." Als Beispiel nannte er die Burganstrahlung. Sie koste so viel wie die gesamte Straßenbeleuchtung in der Gemeinde. Zudem müsse sie erneuert werden. Dabei biete sich der Umstieg auf LED an. Die Kosten bezifferte der Bürgermeister auf 20 000 Euro. Die Gemeinde sei damit aber überfordert, zumal der Markt nicht Besitzer der Burg ist.

In diesem Zusammenhang bemängelt Kappl die fehlende Förderung. Grundlage für eine solche sei die "nationale Bedeutung", stellte Rupprecht heraus. Diese müsse exakt dokumentiert werden. "Es gibt schon Wege, wie es gehen kann, da solltet ihr mit Waldeck sprechen", empfahl der Abgeordnete.

Da fiel Schmeidl spontan die Verbindung der Herzöge von Leuchtenberg ein und wie Bürgermeister konkretisierte, geht diese an den russischen Zarenhof in St. Petersburg. "Wenn ihr das richtig dokumentiert, kann vielleicht diese 'nationale Bedeutung' hergestellt werden", meinte Rupprecht.
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