09.05.2017 - 15:10 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Mittelaltergruppe auf der Burg Jörg von Leuchtenberg auf Visite

Die Ahnengeschichte der Leuchtenberger ist um einen Namen reicher. Verantwortlich dafür ist eine Gruppe vom Verein für erlebte Geschichte "Cantus-Ferrum" aus Amberg.

von Ernst FrischholzProfil

(fz) Vier Tage war das Mittelalter in die Burg eingekehrt. Bürgermeister Anton Kappl freute sich über das disziplinierte Auftreten der Gäste aus Amberg. Auch eine Wiederholung der Veranstaltung könnte sich der Rathauschef durchaus vorstellen. Nicht auf Kommerz ausgerichtet war das Auftreten von "Cantus-Ferrum" in der Burg. Es gab keine Hamburger, Bratwürste oder Getränke. "Cantus-Ferrum" wollte einfach nur ihrer Passion nachgehen und "Mittelalter in einer historischen Stätte" leben.

Dabei öffnete sich die Gruppe von 18 Personen natürlich den Burgbesuchern und ließ sie auch hinter die Kulissen in ihre Zelte schauen. Vorsitzender ist Jörg Pickelmann, der sich in seinem zweiten Leben, der Mittelalterszene, seit zwei Jahrzehnten "Jörg von Leuchtenberg" nennt. "Der Name ergab sich aus verschiedenen Gegebenheiten, die zusammenpassten", erklärte Pickelmann.

Amberger Hochzeit

Zum einen bekleideten die Landgrafen von Leuchtenberg zwischen 1463 und 1485 das Amt des Vicedom zu Amberg. Zum anderen ging genau in diesem Zeitraum die Amberger Hochzeit (1474) über die Bühne. "Da ich mich als Vorstand von ,Cantus-Ferrum' ebenfalls wie meine historischen Vorbilder um alle Belange und die Umsetzung der Amberger-Hochzeit kümmere und exakt die Zeit von 1450 bis 1480 von ,Cantus-Ferrum' dargestellt wird, habe ich den Namen ,Jörg von Leuchtenberg' gewählt", informierte Pickelmann.

Aus purem Respekt vor den historischen Vorbildern habe er nicht exakt deren Namen kopiert. Die originalgetreue Darstellung eines Ritters mit allem was dazu gehört, mit eigenem Knappen bis zur Rüstung, sei schwierig genug, die eines Landgrafen würde seine Möglichkeiten übersteigen. "Aber man könnte ihn ja zu einer Nebenlinie zählen", lachte Pickelmann.

Genau auf die Zeit der Amberger Hochzeit ausgerichtet, präsentierten sich die Ritter, Knechte, Küchenfrauen und Knappen. Schon am großen, von Wachen gesäumten Eingangstor zur Innenburg merkten die Besucher, die mit ihrem kleinen Eintritt ohne einen zusätzlichen Obolus ein mittelalterliches Schauspiel geboten bekamen, dass sie auf etwas Besonderes zusteuerten. Im Innenhof zeigten Schuster, Schleifer und Handwerker ihr Können. In der Kapelle war sogar eine Feldschreiber-Werkstatt, in der Dokumente in der damaligen Schrift gefertigt wurden.

Kooperation vorstellbar

Im Rittersaal war ein Waffenarsenal zu besichtigen und im inneren Burghof zeigten die Mitglieder von "Cantus-Ferrum" bei Schaukämpfen verschiedene Waffentechniken. Gekocht wurde am offenen Feuer und sogar ein mittelalterlicher Gottesdienst in lateinischer Sprache wurde in der Burgkapelle abgehalten.

Die Aktionen und das Leben in der Burg von "Cantus-Ferrum" lief in enger Abstimmung mit Burgwartin Rita Lingl. "Es würde mich freuen, wenn diese angelaufene Freundschaft auf lange Sicht ausgebaut werden könnte und die Burg Leuchtenberg von uns mit Leben ausgefüllt werden könnte", hoffte Pickelmann. Kappl und Lingl könnten sich durchaus eine weitere Zusammenarbeit vorstellen.

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