Monika Bernhards destilliert Naturparkbrände aus Obst von heimischer Streuobstwiese
Naturpark im Schnapsglas

Da ist Können gefragt: Monika Bernhard muss den Vorlauf abtrennen, denn der Mittellauf wird zum Elixier für den Gaumen. Bild: fz
Vermischtes
Leuchtenberg
04.01.2017
930
0

Wenn Monika Bernhards Gaumen die Freigabe erteilt, dann gibt es Ende Oktober bei der größten Verbrauchermesse "Consumenta" in Nürnberg Naturpark-Obstbrand. Die 24-Jährige destilliert Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Quitten- und Marillenbrand unter dem strengen Auge des Gesetzes.

(fz) Die Mosterei Bernhard in Steinach steht als Naturparkbetrieb Nördlicher Oberpfälzer Wald im Landkreis Neustadt/WN ganz oben mit Saft von Apfel über Holunder, Birnen oder Quitten und was sonst noch alles in dem riesigen Streuobst-Areal der Familie wächst. Tochter Monika geht einen Weg weiter: Obstbrand in vielen Geschmacksrichtungen aus dem heimischen Garten.

Viele Variationen

"Edel-Destillat Manufaktur Bernhard" ist ihr Markenzeichen. Die 24-Jährige verwirklicht damit ihren Traum. Nach der Schule begab sie sich nach Weihenstephan und lernte dort Fachkraft für Fruchtsaft. Mittlerweile ist sie an einer Kelterei in Übersee am Chiemsee und hat im Oktober mit der Weiterbildung zum Getränke-Betriebsmeister begonnen. Sie ist bodenständig, und darum haben Vater Josef und Mutter Maria eine Brennerei in der Mosterei für ihre Tochter eingerichtet.

Sie hat Urlaub und nutzt diesen, um in dieser Woche Edelbrände in vielen Variationen und nach ihren Vorstellungen herzustellen. Die Maische, das sind geriebene und vier Wochen vergorene Obstsorten von der heimischen Streuobstwiese, ist die Grundlage. Diese kommt in die Brennanlage ohne Zusätze. Der Alkohol bildet sich.

Können gefordert

Geheizt mit Holz läuft nach drei Stunden der Vorlauf ab, danach der Mittel- und zum Schluss der Nachlauf. Den Mittellauf muss die junge Frau abfiltern. Der Vorlauf schmeckt nach Kleber und darf nicht ins Destillat, Hier ist Können gefordert. Der Nachlauf aus dem Brennvorgang kann für Liköre verwendet werden.

Je nach Obstsorte kommt der Mittellauf in Ballons, reift dann und wird nach teils einem Jahr mit entmineralisiertem Wasser von 100 Prozent Alkohol auf Trinkstärke verdünnt. Dazwischen muss Monika immer wieder den Reifezustand kosten. Ist es ein gutes Obstjahr mit viel Zucker in den Früchten oder nicht? Das ist alles ausschlaggebend für das Endprodukt "Obstbrand". Quitten, Äpfel, Zwetschgen, Kirsche und Mirabelle hat die 24-Jährige diese Woche gebrannt. Das geschah alles unter strengen Augen. "Wir haben ein Kontingent und das wird vom Zoll überwacht", weiß Vater Josef. In der Tat sitzt diese Woche ein Zollbeamter in der Brennerei bei den Bernhards und registriert die 15 Brennvorgänge penibel.

Die Anlage wird auch nach Ende der Brennvorgänge verplombt. Der Zoll hat jederzeit auch mit einem Schlüssel Zugang, damit nicht "schwarz gebrannt" werden kann. Monika hält das für richtig. Sie hofft, dass sie nach Monaten der Reifezeit und des Kostens destillierte Brände für die Consumenta in Nürnberg freigeben kann, denn das wäre ein Pfund, mit dem man den fränkischen Obstbrennern entgegen treten kann.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.