15.02.2018 - 10:38 Uhr
Luhe-Wildenau

Rätselraten über Aschermittwochsbrauch Wastl-Flammen locken Fernsehen an

Luhe. Da mussten selbst die teilweise schwarzgekleideten und mit einem Aschenkreuz versehenen, jugendlichen Trauergäste passen und schauten dabei etwas verlegen drein. "Warum heißt der Wastl denn Wastl?" Das wollte unter anderem am Aschermittwochabend ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks wissen, das gekommen war, um die Verbrennung der großen Strohpuppe und damit des Faschings festzuhalten. Selbst das Luher Original, der Hagler-Willi, der selbst jahrzehntelang für die Jugend den Wastl hergerichtet hat, konnte nur mit den Schultern zucken.

Was furchterregend aussieht, ist eigentlich eine recht lustige Veranstaltung. Jugendliche verbrennen in der Dorfmitte den Wastl, eine Strohpuppe, die den Fasching symbolisiert. Bild: mh
von Autor MHProfil

Die Kulisse war dieses Mal etwas besser als in den vergangenen Jahren. Nach dem Aschermittwoch-Gottesdienst zogen etliche Burschen und Mädchen mit der Strohpuppe und auf Blechdosen trommelnd eine Runde über den Marktplatz, bevor sie an den Wastl mit Fackeln Hand anlegten und damit der Luher Fasching offiziell zu Ende war.

Luhe ist in der nördlichen Oberpfalz so ziemlich der einzige Ort, in dem auf diese Art und Weise der Karneval beerdigt wird. Angeblich haben Heimatvertriebene diesen Brauch mitgebracht. Seit Jahrzehnten wird er aufrecht erhalten. Früher, so erinnern sich alteingesessene Luher, sei sogar noch Musik dabei gewesen. "Drei Mann Blech sind da schon voranmarschiert, oder wenigstens ein Quetschenspieler."

Heute wehklagt die Jugend ohne Musik über das Ende der närrischen Zeit. Im Anschluss ging es ins Pfarrheim zum Fischessen. Mehr Geheimnis konnte auch der Bayerische Rundfunk nicht lüften.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp