17.11.2017 - 21:38 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Pater Gerhard Lagleder berichtet über seine Arbeit im Zululand Wo Liebe das Elend überwindet

Die Seelsorgegemeinschaft Luhe-Neudorf-Oberwildenau unterstützt die Projekte von Pater Gerhard Lagleder regelmäßig durch Spenden. Umso interessierter sind viele im Pfarrheim an dessen Bericht über die Arbeit im Zululand.

Pfarrer Arnold Pirner (links) und Pater Gerhard Lagleder (Zweiter von links) freuen sich über die Spenden von je 300 Euro des Frauenbunds Luhe und Oberwildenau. Zudem gaben auch die Zuhörer Geld für das Projekt Lagleders im Zululand. Bild: rgl
von Rita GleißnerProfil

Luhe. Pater Gerhard, ein Studienkollege von Pfarrer Arnold Pirner, gehört den Missionsbenediktinern von St. Ottilien an und ging 1987 nach Südafrika. Er wirkte in mehreren Pfarreien, bis er 1991 als Pfarrer nach Mandeni kam, ein Ort in der Provinz KwaZulu-Natal, rund 100 Kilometer nördlich von Durban.

1300 Ehrenamtliche

Dort sah er schnell die große Not der vielen armen Menschen, die in Hütten aus Pappe, Wellblech und Plastikplanen ihr Dasein fristen, keine Arbeit finden und kaum wissen, wovon sie ihre Kinder ernähren sollen. Pater Lagleder, seit seiner Jugend ein begeisterter Malteser, konnte diesem Elend nicht tatenlos zuschauen. So gründete er zusammen mit einigen engagierten Christen in seiner Pfarrei Mandeni 1992 die "Brotherhood of Blessed Gerard" als Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika. Diese Gemeinschaft entwickelte sich schnell von einem kleinen Verein von Gläubigen zur heute größten Hilfsorganisation der katholischen Kirche in Südafrika mit 85 haupt- und 1300 ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Mandeni gilt als Aids-Hochburg der Welt; etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind HIV-positiv. Da die Zulu an die Macht böser Geister glauben, werden die Kranken zu Hause nicht ordentlich gepflegt, sondern oft ihrem eigenen Schicksal überlassen. Deshalb baute Pater Gerhard mit seiner Organisation das "Blessed Gerard Care Centre" auf, das ein System der Fürsorge anbietet. Unter seinem Dach befindet sich mit 40 Betten das größte stationäre und ambulante Hospiz Südafrikas und ein Kinderheim, in dem derzeit 61 Kinder und Jugendliche Liebe und Geborgenheit erfahren, sowie eine Klinik für mangelernährte Kleinkinder. Die Organisation unterstützt die Kinder durch Stipendien und ermöglicht ihnen so eine Ausbildung oder ein Studium.

In einem Kindergarten und einer Vorschule werden die Kleinsten in Mandeni auf die Schule vorbereitet. Besonders bedürftige Menschen werden durch einen Hilfsfonds unterstützt. Die Organisation leistet außerdem Erste Hilfe, Notfalldienste und Katastrophenschutz. Ziel, so Pater Gerhard, sei die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Hilfsprojekte werden allein durch großzügige Zuwendungen, vor allem von Spendern aus Deutschland und Österreich, finanziert. In diesem Jahr feiert die "Brotherhood of Blessed Gerard" ihr 25-jähriges Bestehen.

Völlig unentgeltlich

In dieser Zeit wurden 1500 Aids-Patienten behandelt, über 2000 Menschen durch den Hilfsfonds ein neuer Anfang ermöglicht. 3300 Patienten wurden im Hospiz aufgenommen, 4800 schwerkranke Menschen von ambulanten Pflegeteams betreut, 2600 Patienten im Sterben begleitet.

Da die meisten Menschen im Zululand keine Krankenversicherung haben und sich medizinische Hilfe nicht leisten können, werden alle Hilfen vollkommen unentgeltlich gegeben. Daher bittet Pater Gerhard immer wieder um Unterstützung.

In der Seelsorgegemeinschaft verhallt sein Hilferuf das ganze Jahr über nicht ungehört. Auch nach der eindrucksvollen Präsentation, die unter dem Motto "Wo Liebe das Elend überwindet" stand, spendeten die Besucher. Der Missionar freute sich außerdem über je 300 Euro von den Frauenbünden Luhe und Oberwildenau, die Maria Lehnert und Erika Messer überreichten.

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