23.06.2017 - 20:00 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Verdienter Mitbürger Bewegender Abschied von Gerd Schwab

Ein unendlich erscheinender Trauerzug bewegt sich nach dem Requiem zum Friedhof, um Gerd Schwab, der mit 56 Jahren und schweren Leiden verstorben war, auf seinem letzten Weg zu begleiten. Freunde und Weggefährten würdigen ihn mit Musik.

Eine große Trauergemeinde nahm am Luher Friedhof Abschied von Gerd Schwab. Bild: rgl
von Rita GleißnerProfil

Luhe. (rgl) Die Pfarrkirche St. Martin konnte die vielen Trauernden nicht fassen, die gekommen waren, um von Gerd Schwab Abschied zu nehmen. Pfarrer i. R. Josef Schön aus Tir-schenreuth, Pfarrer Alfons Kaufmann aus Oberviechtach und Pater Norbert aus Hofstetten standen mit dem Ortsgeistlichen Pfarrer Arnold Pirner am Altar, der das Leben und Leiden von Gerd Schwab mit bewegenden Worten nachzeichnete.

Mit "Die Musik wird als Sprache der Engel beschrieben" zitierte Pfarrer Pirnerzu den Schriftsteller Thomas Carlyle. "Wenn das so ist, dann wird Gerd Schwab im Himmel sicher keine Verständigungsschwierigkeiten haben." Schwab hatte sich nach dem Studium an der Musikhochschule München weit über die Region hinaus einen Namen gemacht als Trompeter, Pianist, Musiklehrer und Chorleiter. Sein Lebenswerk war die Anton-Bruckner-Musikschule in Eslarn, die er 1992 gründete und bis 2016 leitete. Durch die Musik lernte er seine Frau Ulrike kennen, die ihm mit den Kindern Viktor und Luisa, seiner Mutter und seiner Familie die größte Stütze auf seinem Leidensweg war und ihn bis zum Tod liebevoll zu Hause gepflegt hatte, unterstützt durch einen Pflegedienst und die SAPV. Der Geistliche schilderte Schwab als naturverbundenen und gläubigen Menschen, der sein Leiden tapfer ertragen habe.

Petra Brenner, Vorsitzende der Anton-Bruckner-Musikschule, bezeichnete Schwab als die Lokomotive, der Lehrer, Vorstand und Schüler folgten. Durch seine Ideen, sein Können und seinen Einsatz habe er die Schüler bei Konzerten und Musicals zu Höchstleistungen geführt. "Die Musikschule verabschiedet sich dankbar und schweren Herzens von einem besten Freund und genialen Musiker." Der Eslarner Bürgermeister Reiner Gäbel würdigte Schwab als leidenschaftlichen Musiker, der stets den Anspruch auf Vollkommenheit hatte und auch durch Fernsehauftritte und Rundfunkaufnahmen auf sich und die Projekte der Musikschule aufmerksam gemacht habe.

27 Jahre lang habe er auch den Kirchenchor geleitet. Für seine Verdienste habe ihn der Markt 2010 mit der Goldenen Bürgermedaille geehrt. Gabriele Dill von der FOS/BOS Weiden, wo Schwab von 1997 bis 2016 als Musiklehrer tätig war, bezeichnete ihn als einzigartigen Menschen, der viele Veranstaltungen der Schule mit seinen Einfällen verzaubert habe. Schwab hinterlasse persönlich und fachlich eine große Lücke an der FOS/BOS, wie auch am Elly-Heuss-Gymnasium. Beeindruckend war die musikalische Gestaltung des Requiems, an der der Geierchor, Brüder, Freunde und Schüler von Gerd Schwab, der Kirchenchor Luhe und die Anton-Bruckner-Musikschule mitwirkten.

Ein langer Trauerzug bewegte sich nach dem Requiem zum Friedhof, wo der Verstorbene im Familiengrab seine letzte Ruhestätte fand. Am Ende klang Gerd Schwabs Lieblingslied "Music was my first love" über den Luher Friedhof.

Die Musikschule verabschiedet sich dankbar und schweren Herzens von einem besten Freund und genialen Musiker.Petra Brenner, Vorsitzende der Anton-Bruckner-Musikschule

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