18.10.2017 - 20:00 Uhr
MähringOberpfalz

Grenzüberschreitendes Projekt Garten der Freundschaft

Das Kooperationsprojekt mit dem Kindergarten MS Vora aus Marienbad ist ein Meilenstein in der Geschichte des Kinderhauses "Dorfpiraten" in Großkonreuth und der Marktgemeinde Mähring. Ein Festakt mit offiziellem Spatenstich markiert den Beginn der Arbeiten an einem Themengarten.

Die Kindergartenkinder sangen beim Festakt unter anderem "Dieser Tag soll fröhlich sein".
von Konrad RosnerProfil

Großkonreuth. Zahlreiche Ehrengäste waren zum Festakt in den Garten des Kinderhauses gekommen. Das grenzüberschreitende Projekt mit einem Etat von rund 192 000 Euro, das unter dem Motto "Klein, aber gemeinsam stark in den Gärten der Freundschaft" steht, ist auf vier Jahre ausgelegt.

Bürgermeister Josef Schmidkonz begrüßte unter anderem MdL Tobias Reiß, stellvertretenden Landrat Dr. Alfred Scheidler, Marienbads 2. Bürgermeister Dr. Ludek Nosek und Jaroslava Peterikova von der Mikroregion Marienbad sowie Helena Cerna vom Kindergarten MS Vora aus Marienbad. Dieser Spatenstich, so Schmidkonz, sei ein wunderbarer Tag für das Kinderhaus der Gemeinde. Er hob hervor, dass dieses Projekt nur gemeinsam durchführbar sei. Vor circa zwei Jahren sei vom Elternbeirat und dem Personal des Kinderhauses ein Antrag zur Verbesserung und Umgestaltung des Kinderhaus-Gartens an den Marktrat gestellt worden. Weil Mähring aber eine finanzschwache Gemeinde sei, habe man sich intensiv Gedanken machen müssen, wie das Ganze gestemmt werden könnte.

Bildungstage und Feste

Allen voran 3. Bürgermeister Franz Schöner habe sich sehr stark engagiert und letztlich diese grenzüberschreitende Lösung gefunden, so Josef Schmidkonz. Letztlich habe sich der gesamte Marktrat für die Umsetzung des Projektes entschieden, das gemeinsam mit der Euregio Egrensis ausgearbeitet wurde. Schmidkonz dankte neben Franz Schöner allen, die am Zustandekommen mitgeholfen haben. Neben dem Bau des Projektgartens sollen vor allem gemeinsame Treffen, Sprachbildungstage für Kinder und Erwachsene, Aktionstage, Fahrten sowie Feste im Projektzeitraum gefördert werden.

Kinderhaus-Leiterin Irida Haberkorn erinnerte daran, dass die gelebte Kooperation mit dem Kindergarten MS Vora in Marienbad vor zehn Jahren begonnen habe. Einzelpersonen hätten das Miteinander angeleiert. Seitdem habe sich vieles bewegt, Freundschaften seien entstanden. Seit dieser Zeit werde im Kinderhaus auch Tschechisch-Unterricht angeboten. Mit diesem neuen Förderprogramm solle vor allem die Zwei- und Mehrsprachigkeit weiter gefördert werden. Wichtig sei es, für diese Partnerschaft nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern gewinnen zu können. "Dieses Projekt ist ein Beitrag zur Völkerverständigung und zum Abbau von Vorurteilen." Der Themengarten sei dabei ein äußeres Zeichen der Freundschaft.

Marienbads 2. Bürgermeister Dr. Ludek Nosek bezeichnete das Projekt als eine großartige Sache. Gerade in der heutigen unruhigen Welt sei jede Freundschaft wichtig und lobenswert. Dr. Nosek dankte allen, die dieses Projekt voran getrieben haben. Große Anerkennung zollte er vor allem der Leiterin des Kindergartens MS Vora, Helena Cerna. Sie freute sich, dass diese nunmehr zehnjährige Freundschaft noch weiter ausgebaut werde. Kurz ging sie dann auf verschiedene gemeinsame Aktionen beider Kindergärten ein. Dabei habe man stets kreative Ideen ausgetauscht. Sie verwies darauf, dass sich die Marienbader Kinder immer auf Besuche in Großkonreuth freuten. Wichtig sei, die jeweils andere Sprache zu erlernen und zu sprechen.

Lebendige Nachbarschaft

Jaroslava Peterikova übermittelte die Glückwünsche der Mikroregion Marienbad und befand: "Gemeinsame Begegnungen machen Spaß." MdL Tobias Reiß betonte, dass hier europäische Nachbarschaft gelebt werde. "Nur so ist dieses Projekt möglich." Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, besonders "Motor" Franz Schöner. Nach Ansicht des stellvertretenden Landrats Dr. Alfred Scheidler sei es nicht nur wichtig, dass Europa zusammenwächst, sondern auch, dass die Völker zusammenarbeiten. Aus Projekten wie diesem könnten Freundschaften für das gesamte Leben entstehen. Vor dem Spatenstich überreichte Bürgermeister Josef Schmidkonz an die Ehrengäste noch kleine Erinnerungsspaten mit Widmung. Umrahmt wurde die Feier gesanglich von den Kindergartenkindern, zudem spielte die Großkonreuther Blasmusik.

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