04.09.2017 - 20:00 Uhr
MähringOberpfalz

Gina vom Grenzkamm ist Siegerin der Internationalen Jagdhundeprüfung für Deutsche Jagdterrier Volltreffer: Volle Punktzahl für Gina

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Jagdhund aus Josef Andritzkys Zucht bei internationalen Wettbewerben den ersten Preis holt. Bei der Prüfung "Arbeit nach dem Schuss" in Brandenburg war es jedoch eine sehr junge Hündin, die ihre 26 Konkurrenten "auf der Strecke" ließ.

"Und wer oder was bist du?" Gina vom Grenzkamm mustert erstaunt ihr Ebenbild, in Porzellan gegossen. Nachdem sich die Trophäe aber nicht bewegt, ist ihr Interesse an dem für ihren Züchter, Josef Andritzky, natürlich sehr begehrten Preis rasch wieder verflogen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Geht es ums Fotoshooting, ist Gina vom Grenzkamm wenig ausdauernd. Die kleine, drahtige "Diva" mag nicht aufs Foto, dreht sich weg, legt die hübschen Ohren an. Das gefällt dem Herrchen des Deutschen Jagdterriers überhaupt nicht. Schließlich soll die Zuchthündin, die als Siegerin der Internationalen Prüfung "Arbeit nach dem Schuss" nach Hause kam, von ihrer besten Seite gezeigt werden. Der Stress um Ginas attraktivstes "Fotogesicht" ist freilich mehr eine Gaudi und löst viel Gelächter aus.

Bald werden alle gelöster, sogar die Hündin. Sobald Gina ihre Trophäe sieht, einen Jagdterrier aus Porzellan, vergisst sie die Kamera und lässt sich von allen Seiten fotografieren. Josef Andritzky erzählt zuerst von seinen bisherigen Siegen. Bora vom Grenzkamm hat die Prüfung 2002 gewonnen, Verena vom Grenzkamm siegte in Österreich zwei Mal, Zenta vom Pahlsteich hat's in der Schweiz 2007 geschafft. Mehrmals waren Andritzkys Hunde unter den ersten drei.

"Arbeit nach dem Schuss"

Auf Gina vom Grenzkamm ist der Züchter besonders stolz, denn die Hündin ist erst 16 Monate alt. Sie war die jüngste Teilnehmerin in der Nähe der Spreewaldstadt Lübben, wo Ende August die Prüfung für Deutsche Jagdterrier "Arbeit nach dem Schuss" an drei Tagen stattfand. Daran nahmen aus 15 Ländern Züchter teil, die alle dem Internationalen Verband für Deutsche Jagdterrier angehören und den Jagdschein besitzen. Keine leichte Herausforderung: Mit dieser Prüfung werden die Hunde auf Herz und Nieren geprüft, ob sie tatsächlich für die Jagd geeignet sind. Meistern sie das nicht, dürfen die Hunde nicht mit auf die Jagd.

"Ich habe viel mit Gina trainiert", erzählt Andritzky. Mindestens drei Mal pro Woche ging er mit seiner Hündin hinaus, um ihr alles Erforderliche beizubringen. Dabei sind die Bedingungen im heimischen Mähringer Wald ungleich leichter als in einer völlig anderen Umgebung und im Beisein anderer Hunde. Josef Andritzky wusste nicht, wie seine Gina auf neue Eindrücke und Gerüche in Brandenburg reagieren wird. Doch seine Sorge war unbegründet.

Einen besonderer Schwierigkeitsgrad unter den sieben Prüfungsaufgaben - darunter Tests auf bedingungslosen Gehorsam, das Suchen von verlorenem Federwild oder das Herausziehen eines Fuchses aus dem Bau - bedeutete die Schweißarbeit. Dafür wurde 18 Stunden vorher eine 600 Meter lange Spur gelegt. Die teilnehmenden Hunde mussten dieser folgen, um ein Stück Rehwild zu finden.

Wolfsgeruch in der Nase

Schwierig deshalb, weil die vierbeinigen Prüfungsteilnehmer durch Wolfsgebiet geschickt wurden. "Da kann es passieren, dass die Hunde keinen Schritt mehr weiter gehen. Der Wolfsgeruch ist ihnen nicht vertraut", erklärt Andritzky. Gina ließ sich von solchen und anderen Gerüchen aber nicht ablenken, folgte der Fährte schnurstracks und schaffte die Herausforderung mit der höchsten erreichbaren Punktzahl. Ebenso hatte die Hündin keine Probleme damit, trotz zweier abgefeuerter Schüsse allein in einem Waldstück brav liegen zu bleiben: Die Hündin und ihr Halter waren in Brandenburg ein eingespieltes Team. Was von den Wertungsrichtern, die jeden Schritt akribisch mitverfolgten, bei der nachfolgenden Siegerehrung mit der Bestnote und der Trophäe belohnt wurde.

Zwölf Welpen möglich

Gina war diesmal nicht die einzige, die mit ihren 136 Punkten Anspruch darauf hatte. Mit ihr erreichten von den 27 internationalen Teilnehmern 4 weitere Jagdterrier den höchsten Punktestand. Hier konnte die lebhafte Terrier-Dame aus Mähring aber mit ihrer Jugendlichkeit punkten, was bei der Wertung einbezogen wurde. Förster Josef Andritzky, der bereits seit Jahrzehnten Jagdhunde züchtet, hat außer Gina zwei weitere Deutsche Jagdterrier in seiner Zucht. Die dreijährige Franzi vom Grenzkamm ist Ginas Halbschwester und hat bei derselben Hundeprüfung 2016 den dritten Platz geholt.

Shari vom Grenzkamm wird im Oktober neun Jahre alt und darf sich nach erfolgreichen Zuchtjahren ausruhen. Jagdterrier bekommen einmal im Jahr bis zu zwölf Welpen. Bevor es für Gina soweit ist, wird sie zuerst noch einige Prüfungen ablegen. Die nächste ist bereits im Oktober in Schleswig-Holstein.

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