Soldatenkameradschaft kann 2017 das 125-jährige Bestehen feiern
Andenken an „Kriegsstrapazen“

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Mähring
31.12.2016
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Die Liebe zu Kaiser, König und Reich war dem Krieger- und Veteranenverein 1892 in die Satzung geschrieben. Heute verfolgt die Soldatenkameradschaft andere Ziele. Eines ist die Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen im nächsten Jahr.

Griesbach. Die Veteranen in Griesbach, seinerzeit in der Veteranen- und Kampfgenossenschaft Bärnau Mitglied, beschlossen 1892, einen selbstständigen Verein zu gründen. Angestrebt wurde auch eine Sterbeunterstützungskasse.

Der Einladung zur Gründungsversammlung folgten 17 der 50 angeschriebenen ehemaligen Veteranen und Kampfgenossen aus der Pfarrei Griesbach, wozu auch Redenbach, Groppenmühle, Laub, Lauterbach und Asch gehörte. Seinerzeit befand sich in Griesbach noch eine königliche Grenzwachstation mit vier Mitgliedern, die als Soldaten gedient hatten. Im Gasthaus von Johann Rath fand am 17. Juli 1892 die Gründungsversammlung statt. Zum Vorstand gewählt wurde Xaver Schöner aus Griesbach (bis 1902), 2. Vorstand wurde Baptist Meissner, Ökonom in Lauterbach, Kassier Johann Rath, Bierwirt und Ökonom aus Griesbach und Sekretär Lorenz Holl, königlicher Grenzaufseher in Griesbach. Weitere Vorsitzende bis heute: 1903 bis 1905 Johann Rath, 1906 bis 1907 Haberkorn, 1908 bis 1924 Johann Rath, 1925 bis 1953 Johann Gradl, 1953 bis 1972 Ludwig Gradl sen., 1972 bis 1986 Andreas Meißner, 1987 bis heute Ludwig Gradl.

10 Pfennig Monatsbetrag

Bei der ersten Vorstandssitzung am 23. Juli 1892 wurde eine Aufnahmegebühr von 50 Pfennigen beschlossen sowie der monatliche Beitrag pro Mann auf 10 Pfennige festgelegt. Am 2. August wurden der Gemeindeverwaltung 47 Mitglieder angezeigt und die Statuten dem königlichen Bezirksamt Tirschenreuth vorgelegt. In der Antwort zeigt sich, wie peinlich genau die Obrigkeit über Vereinsobliegenheiten wachte. So wurde etwa vorgeschrieben, dass der Verein "das Andenken an die Kriegsstrapazen und die Entbehrungen im Felde durch die kameradschaftliche Vereinigung bewahrt". Auch musste die Liebe zu Kaiser, König und Reich gepflegt werden.

Es begann ein reges Vereinsleben. Mitglieder aus Ahornberg, Griesbach, Poppenreuth, Großkonreuth, Frauenreuth und Hiltershof kamen dazu. Der Vereinsdiener - Josef Forster ab 1892 bis zu seinem Tod, danach Georg Sporrer - bekam für seine Mühewaltungen ein jährliches Honorar von 13 DM. Am 23. April 1893 wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die Kosten betrugen 400 Mark. Am 30. Juli 1893 folgte die feierliche Fahnenweihe. 1928 bemüht sich der Verein um die Errichtung eines Kriegerdenkmals. Der Gemeinderat stellte einen Platz im alten Schulgarten zur Verfügung. Die Einweihung des Kriegerdenkmals fand am 1. Juni 1930 statt. Finanziert wurde das Denkmal durch die Vorführung lebender Bilder aus dem 1. Weltkrieg und eine Sammlung in den Orten. 32 Krieger des Kirchenspengels Griesbach galten als gefallen oder vermisst.

Wiedergründung 1952

Durch den 2. Weltkrieg kam das Vereinsleben bis 1944 zum Erliegen, 1945 wurde er durch die USA-Besatzung sogar ganz verboten. Bei der Wiedergründung des Vereins am 23. November 1952 wird Johann Gradl senior an die Spitze gewählt. 1953 zählte der Verein 86 Mitglieder.

Auch für die Gedenktafeln für die Gefallenen aus dem 2. Weltkrieg (73 gefallene und vermisste Kameraden) wurde gesammelt. Ab 1960 wurden die ersten Bundeswehr-Reservisten aufgenommen. In den 1970er Jahren benannte sich der Krieger- und Veteranenverein um in "Krieger- und Reservistenkameradschaft". Seit 1987 heißt der Verein Soldatenkameradschaft.
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