Weihnachts-Sonderausstellung im Heimatmuseum Mähring
Specht und Peitscher beleben Museum

Puppenstuben wurden früher nach Weihnachten auf dem Dachboden verstaut und erst ein Jahr später wieder aufgestellt und ergänzt (links). Drei Teddy aus früheren Zeiten. Der mittlere hat ein Knopf im Ohr, Zeichen dafür, dass es sich um ein Steiff-Tier handelt (Mitte). Im rechten Bild freut sich Pfarrer Armin Maierhofer über die Geschenke vom Christkind.
Vermischtes
Mähring
23.12.2016
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Nikolausabend in den 1970er Jahren. Das hat Museumsleiter und 3. Bürgermeister Franz Schöner so selbst als Kind erlebt. Bilder: Grüner (7)

Ein eigenes Heimatmuseum haben viele Gemeinden. Mähring hat ein gelebtes, wie die Verantwortlichen betonen. Denn es ist auch der Dorf-Treffpunkt. Und Ort von Sonderausstellungen, wie jetzt wieder zu Weihnachten.

Im Jahr 1842 wurde das ehemalige Rathaus in Mähring gebaut. Nach der Gebietsreform verwaiste es. Zwischen 2009 und 2015 wurde das Gebäude generalsaniert. Jetzt beherbergt es das gelebte Museum. Eine museale Dauerausstellung ist nicht das einzige, was hier angeboten wird. Wechselnde Sonderausstellungen finden in den Gängen Platz.Das Wichtigste ist der Gesellschaftsraum im Parterre. Dort trifft sich praktisch das ganze Dorf zu allen möglichen Anlässen.

In den vergangenen Wochen widmete sich das gesamte Museum dem Thema "Weihnachten im Wandel der Zeit". Alle Räume im Obergeschoss sind weihnachtlich hergerichtet, stilvoll, immer in einer anderen Zeitepoche. Die älteste datiert dabei zurück bis etwa um 1910. Alleine der Christbaumschmuck erinnert an das Kaiserreich von Wilhelm II. Ritterkreuze und Zeppeline als Glaskugeln transportieren den Gedanken vom Großdeutschen Reich.

Unzählige Unikate

Weitere Zeitepochen zeigen Weihnachten nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Wirtschaftswunderzeit in den 1950er und 60er Jahren und Anfang der 1970er Jahre. Schaukelpferde, Puppenstuben, Kaufläden, ferngesteuerte Autos, Blechspielzeug, Puppen und Bären, Krippen und alles, was zu Weihnachten gehört, hat das zehnköpfige Museumsteam für diese Ausstellung zusammengetragen. Unzählige Unikate sind dabei zusammengekommen. Alles stammt aus dem Ort und der Mikroregion Marienbad, mit der Mähring ein reges Miteinander pflegt.

Mähringer Kinder

Die Wände in den Fluren zieren eine ganz besondere Sonderausstellung. Dort sind nämlich Bilder von Mähringer Kindern unterm Christbaum aus längst vergangenen Tagen ausgestellt. Darunter sind zum Beispiel, die heutige Gemeinderätin Elvira Gmeiner, Pfarrer Armin Maierhofer und 3. Bürgermeister und Museumsleiter Franz Schöner.

Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation zeigt etwa 40 alte Weihnachtskarten. Bei der Eröffnung nahm ein Besucher ein altes Schulbuch in die Hand und blätterte darin. Plötzlich fiel eine Ansichtskarte heraus und landete vor den Füßen von Ilona Franz. Die hob die Karte auf, drehte sie um und staunte nicht schlecht, als sie las, dass sie an ihren Opa Johann Wiesner geschickt worden war. Die Karte wurde gleich mit in die Ausstellung übernommen.

Auch diverse Bräuche, die seit jeher um die Weihnachtszeit gepflegt werden, sind thematisiert. Selbstverständlich der Besuch vom Nikolaus und dem Krampus am Abend des 5. Dezember, das Peitschen in der Nacht des 26. Dezember oder der Besuch der "Specht" am Heiligen Abend. Jedes Mal wenn das Museum während der Ausstellung geöffnet ist, stattet sie hier auch einen Besuch ab.

Letzte Gelegenheit

Die letzte Gelegenheit die sehenswerte Ausstellung zu sehen, die Roland und Bettina Weis federführend initiiert haben, ist am Donnerstag 29. Dezember. Geöffnet ist ab 18 Uhr. Dabei liest die Vorsitzende des Heimatkreises Plan/Weseritz, Regine Löffler-Klemsche, auch Weihnachtsgeschichten vor. Außerdem ist aus erster Hand zu erfahren, was es mit dem Peitschen auf sich hat. Und die Specht hat sich ebenfalls noch einmal angesagt.

InformationenMähring war in seiner geschichtlichen Entwicklung als Grenzort mit Grenzübergang seit jeher geprägt vom Handel und gegenseitigem Grenzverkehr zwischen Deutschland und Tschechien. Im ehemaligem Schul- und Rathaus zeigt das "Gelebte Museum" die vielfältige Geschichte und das Leben in der Region rund um die Marktgemeinde. Hierbei werden auch die Vertreibung der Plan-Weseritzer aus dem Sudetenland sowie die vielen "verschwundenen Dörfer" entlang der Grenze am Beispiel Lohhäuser thematisiert. Das museale Angebot wird zusätzlich mit Wechselausstellungen abgerundet.

Geöffnet ist das Museum grundsätzlich sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung mit dem Museumsleiter unter Telefon 09639/1860, 09639/586 oder bei der Gemeinde unter 09639/91 40 10. (tr)
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