"Mantler Noofrösch" begeistern mit "Der Himmel wart net" - Flott, spannend und komisch
Glanzvolle Geisterstunde(n)

Lokales
Mantel
24.04.2013
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Eine Glanzleistung lieferten die "Mantler Noofrösch" am Premieren-Wochenende in der TSG-Turnhalle ab. Mit dem Stück "Da Himmel wart net" hat die Theatergruppe einen absoluten Volltreffer gelandet. Das im wörtlichen Sinne geist-reiche Stück kommt nicht als platte Bauernkomödie daher. Die flotte, spannende und urkomische Geschichte trägt Züge vom "Brandner Kaspar" und dem "Münchner im Himmel".

Das Publikum fühlte sich am Freitag, Samstag und Sonntag bestens unterhalten von einer spielfreudigen Truppe und turbulenten "Spezialeffekten" der technischen Helfer im Hintergrund. Häufiger Szenenapplaus, herzhafte Lacher und langanhaltender Schlussbeifall waren der verdiente Lohn für die engagiert auftretenden Akteure.

Zum Inhalt: Polizist Stelzl (Wolfgang Hümmer), in Unterhosen vom Tode dahingerafft, wird von zwei Engerln (Lukas Kraus und Jonas Stubenvoll) ins himmlische Wartezimmer geführt. Der paradiesische Personalbeauftragte (Manfred Kraus) informiert den verstorbenen Ordnungshüter, dass er sich die Engelsflügel verdienen muss, indem er den verblichenen Schreinermeister Bömmerl (Alfons Lebegern) binnen 24 Stunden nach oben holt. Die Wortgefechte dieser Eingangsszene lösten bereits erste Lachsalven aus.

Der einfach klingende Auftrag erweist sich aber als überraschend schwierig, denn Bömmerl will sich nur ungern von seiner irdischen Umgebung verabschieden, zumal sein Betrieb in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Den wirtschaftlichen Problemen könnte zwar ein Lottogewinn abhelfen - der geizige Handwerker hatte zu Lebzeiten ausnahmsweise ein paar Kreuzchen gemacht - aber die erbschleichende Verwandtschaft (herrlich verschroben Birgit Gebhardt und Frank Borchardt als Hannelore und Helmut Froschmeier) will das Geld in die eigene Tasche stecken. Doch wo ist der Tippschein? Eine aufregende Suche beginnt.

Hilfreiche Schnapsdrossel

Glaubhaft trauernd spielt Julia Reißer die Tochter Anna des verstorbenen Bömmerl, die mit der Schreinerei, dem einfältigen Gesellen Emmeran (Manfred Hartung) und der vermeintlich medial veranlagten Haushälterin Finni (Carmen Stubenvoll) alleine gelassen ist, während Stelzl und Bömmerl als nicht sicht- und hörbare Wesen die Szenerie beherrschen. Erfolglos bleibt jedoch eine Geisterbeschwörung, die Finni mit dem Schreinergesellen veranstaltet - eine urkomische Szene. Es klappt aber nicht so recht, Körper und Seele in Einklang zu bringen. Als hilfreich erweisen sich schließlich die Dienste der "Himbeer-Resi". Martina Bösl spielt die schelmische Schnapsdrossel sehr überzeugend.

Während auf der Bühne Alfons Lebegern und Wolfgang Hümmer die tragenden Säulen sind, sorgen vor und hinter den Kulissen Spielleiter Bernd Bösl, Werner Blendl, Stefan Pinske, Manfred Kraus und Peter Weigl unter anderem für eine gruselige Geisterstunde mit Donner und Blitz, quicklebendigen Schubladen, schaukelnden Bildern und klirrendem Geschirr. Schließlich kommt aber alles ins Lot kommt und die weltlichen Dinge ordnen sich zu (fast) aller Zufriedenheit.
Natürlich durften auch die obligatorischen lokalen Bezüge nicht fehlen. Bürgermeister Stephan Oetzinger "von den Zeugen Seehofers" wurde angespielt. Und die Diagnose, dass die Himbeer-Resi vom Saufen akustische und optische Halluzinosen bekommt, stellte "der Doktor Heining". Als Souffleuse hatte Evi Lebegern alles im Griff. Birgit Hümmer (Maske) und Steffi Harbig (Frisur) sorgten für "vorzeigbare Köpfe und Gesichter".

Noch drei Vorstellungen

Die himmlische Komödie aus dem Jahr 2012 von Markus Scheble und Sebastian Kolb wird nochmals am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 sowie am Sonntag um 18.30 Uhr aufgeführt. Karten gibt es noch im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank (Telefon 09605/922000) und an der Abendkasse. Sechs Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder bis 14 Jahre sind eine lohnende Investition.
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