22.09.2017 - 11:30 Uhr
MantelOberpfalz

Anwohner beklagen Lärm an Ampel an der Staatstraße 2166 Brücke des Zorns

Über die Brückensanierung bei Mantel stöhnen Politiker und Autofahrer. Wohl am meisten leiden aber Anwohner im Bereich Brückenweg, Freihunger Straße und Naabstraße. Allmählich klagen sie ihr Leid immer lauter.

Dieses Lkw-Ballett an der Kreuzung beim Manteler Ortseingang halten Anwohner für eine Zumutung. Sie wollen, dass die Brücke über die Haidenaab so schnell wie möglich saniert wird, damit der Verkehr wieder ruhiger und ohne Ampel fließen kann. Bild: Schönberger
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Man wird aggressiv", sagt Maximiliane Schmid aus dem Brückenweg. "Manchmal versteht man im Haus sein eigenes Wort nicht", pflichtet ihr Nachbarin Katharina Beck bei. Renate Trammer, die um die Ecke in der Naabstraße wohnt, hat das gleiche Problem. "Man kann fast kein Fenster mehr aufmachen." Drei Frauen, ein Ärgernis: die Ampel an der Baustelle der Brücke über die Haidenaab.

Besonders anfahrende Motorräder, deren Fahrer ihren Testosteronspiegel mit dem Gaspedal beim Anfahren messen sowie Lastwagen, die bei Grün wieder den ersten Gang einlegen oder bei Rot abbremsen, nerven die Anlieger. Dass die Motorradsaison bald zu Ende ist, kann Maximiliane Schmid nicht unbedingt trösten. "Alle haben Angst, dass es noch lauter wird, wenn erst der Winter kommt und die Blätter weg sind."

Kritisch sei es vor allem morgens ab fünf und in der Rush Hour zwischen 16 und 18 Uhr. Doch auch dazwischen könne niemand von Ruhe an der Staatsstraße sprechen. "Irgendeinen Lärmschutz" würde sich Schmid wünschen. "Und vielleicht könnte man auf die neue Brücke Flüsterasphalt legen."

Die Situation ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich, warnt Katharina Beck. Sie wünscht sich an der Haltelinie dass Schild "Bei Rot hier halten" auch in englischer Sprache. "Viele Amerikaner kapieren nicht, dass sie dort stehn bleiben sollen. Sie fahren an der Schlange an der Ampel vorbei und biegen zu uns in die Naabstraße ein. Mich wundert es, dass es da noch nie gekracht hat."

Zudem werde die Tempo-30-Zone an gleicher Stelle kaum beachtet. In Grünphasen werde flott durchgerast. "Wenn die Polizei da mal blitzen würde, käme viel Geld rein", ist Beck überzeugt.

Was die drei Nachbarinnen zudem belastet, ist die Ungewissheit. Wann wird die neue Brücke endlich gebaut? "Das kann fünf, sechs Jahre dauern. Das muss doch schneller gehen", meint Renate Trammer. Doch Staatliches Bauamt, Landratsamt und Bürgermeister haben bereits erklärt, dass der Planungs- und Verwaltungsweg lang ist (wir berichteten).

Die Anwohner wollen sich damitz nicht abfinden. "Lärm macht krank", sagt Maximiliane Schmid. Und alle Welt redet von Diesel und Feinstaub. Aber wer denkt an uns?"

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