18.03.2018 - 15:02 Uhr
Mantel

Emeritierter Kirchenrechtler spricht beim CSU-Kreisverband Bezug auf Gott ist keine juristische Lyrik

"Wir leben in einer immer schnelllebigeren Zeit, in der Werte und Traditionen häufig nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Andererseits suchen gerade heute Menschen Halt und Orientierung", sagte CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger beim "Politischen Fastenessen" zur Reihe "Politischer März". Als Referent trat der in Bamberg lebenden Prälat Professor Alfred E. Hierold auf.

Auf Einladung von CSU Kreisvorsitzenden Dr. Stephan Oetzinger (links) sprach der emeritierte Kirchenrechtler, Prälat Prof. Dr. Alfred E. Hierold beim Fastenessen im „Politischen März“ zum Thema „Wie ist heute eine Politik in christlicher Verantwortung möglich?“
von Benedikt GrimmProfil

Mit der Frage "Wie ist heute eine Politik in christlicher Verantwortung möglich?" startete der emeritierte Kirchenrechtler seinen Vortrag mit ganz persönlichen Erinnerungen aus seiner Kindheit in Saubersrieth bei Moosbach. Dabei hätten ihn insbesondere die Ereignisse um die Todesmärsche von KZ-Häftlingen durch den kleinen Ort in den letzten Kriegstagen geprägt. Gerade vor dem Hintergrund der Schrecken des nationalsozialistischen Terrors hätten die Väter der Bayerischen Verfassung und des Grundgesetzes in der jeweiligen Präambel den Bezug auf Gott, das Gewissen und auf die Würde jedes einzelnen Menschen aufgenommen. "Dies stellt zwar keine unmittelbar anwendbare Norm dar, ist aber auch keine juristische Lyrik. Denn damit ist die Basis und der Rahmen für alle Gewaltausübung im Staat gegeben", erklärte Hierold.

Vor dem Hintergrund, dass sich der Ausspruch "Wer mit dem Zeitgeist geht, geht auch mit dem Zeitgeist unter" bewahrheitet habe, sei es daher von großer Bedeutung, sich immer wieder auf diese Fundamente zu besinnen. So sei eine erste zentrale Säule einer Politik in christlicher Verantwortung die Bewahrung der Schöpfung. Als zweites Fundament nannte Hierold die Würde des Menschen. Diese gelte unabhängig von Rasse und Herkunft, damit auch für Flüchtlinge. Gerade bei der Frage der Flüchtlinge sei eine geeignete Entwicklungshilfe für den Wiederaufbau der Herkunftsländer und zur Minderung wirtschaftlicher Not wichtig, um so die Fluchtursachen zu bekämpfen und Menschen eine Perspektive in ihrer Heimat zu geben.

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