Rechtsrock in Thüringen
Oberpfälzer unter Organisatoren

Politik
Mantel
11.07.2017
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Erfurt/Weiden. Mit Rechtsrock-Festivals in Thüringen hat ein aus dem Kreis Neustadt/WN stammender Neonazi zusammen mit thüringischen Rechtsextremen die Polizei aufgeschreckt. Patrick Schröder aus Mantel organisiert mit Tommy Frenck an diesem Wochenende in der rund 2400 Einwohner großen südthüringischen Stadt Themar (Kreis Hildburghausen) das Festival "Rock gegen Überfremdung II" und Ende des Monats "Rock für Identität" - zwei von drei in der Region.

An diesem Wochenende erwartet die Landespolizei rund 5000 Rechtsextreme. Darunter dürften wie in den Vorjahren wieder Neonazis aus ganz Europa anreisen, befürchtet die Landtagsabgeordnete Kristin Floßmann (CDU). Wegen des Konzerts sind die drei Hundertschaften des Landes komplett im Einsatz, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Erfurt am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Zudem sei bei anderen Bundesländern um Unterstützung angefragt. Diese müssten sich aber erst neu sortieren und sehen, wer von den Beamten nach dem G20-Gipfel noch einsatzbereit sei.

Die Menschen in Südthüringen protestieren mit zahlreichen Gegenveranstaltungen - dazu rufen neben den Kirchen Gruppen aus dem bürgerliche Spektrum auf. Ob auch gewaltbereite Linksextremisten anreisen wollen, ist bisher nicht abschätzbar. Das würde ein zusätzliches Problem für die Polizei darstellen.

Frenck sitzt für das neonazistische "Bündnis Zukunft Hildburghausen" im Kreistag. Zudem betreibt er in Kloster Veßra einen Gasthof, der als einschlägiger Neonazi-Treff gehandelt wird. NPD-Funktionär Schröder betreibt mit Sitz in Mantel eine Neonazi-Seite sowie einen Online-Shop für rechtsextreme Devotionalien. In Sicherheitskreisen heißt es, Frenck und Schröder wollten mit dem Rechtskonzert in Themar Geld verdienen. Das falle ihnen leichter, wenn sie das Konzert als Versammlung deklarieren und es unter die Versammlungsfreiheit fällt. In diesem Fall gebe es kaum Auflagen.

Hier setzt das Landratsamt den Hebel an. Derzeit ist noch ein Verfahren beim Oberverwaltungsgericht in Erfurt anhängig. Unabhängig von dessen Ausgang bereitet sich die Polizei für das Wochenende vor. Sie geht davon aus, dass das Konzert in jedem Fall stattfinden wird.
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