06.12.2017 - 20:00 Uhr
MantelOberpfalz

Alte Hofstelle soll Neubau weichen Wirbel um eine E-Mail

Denkmalschutz ja oder nein beim Anwesen Riedel in der Weidener Straße? Bernhard Weigl (SPD) will eine Prüfung durch das Landesamt für Denkmalschutz erreichen.

Das alte Bauernhaus der Familie Riedel soll mit Zustimmung des Marktrats einem Neubau weichen. Bernhard Weigl will hingegen vor dem Abriss eine Prüfung des Landesamtes für Denkmalschutz. Bild: sei
von Eva SeifriedProfil

Die Diskussion im Marktrat entspann sich am Bauantrag von Luise Riedel. Sie will ein neues Wohnhaus in der Weidener Straße 17 bauen. Um dafür Platz zu schaffen, müsste die alte, noch bewohnte Hofstelle abgerissen werden.

An dieser Stelle wich die Meinung von SPD-Rat Weigl komplett von der des restlichen Gremiums ab. Weigl gefiel es nicht, dass ein Haus aus dem Jahr 1794 abgerissen werden soll und hatte deshalb schon im Vorfeld der Sitzung eine E-Mail an das Landesamt für Denkmalpflege geschickt. Die Behörde solle prüfen, ob das Gebäude nicht in die Denkmalliste aufgenommen werden sollte.

Reinhold Meier (CSU) befürchtete, dass Weigl mit seiner Nachricht einen Stein ins Rollen gebracht habe. Er signalisierte sofort die Zustimmung seiner Fraktion zum Neubau. Sein Parteikollege Siegfried Janner begrüßte es ebenfalls, dass die Familie am alten Standort bleiben wolle und der Ortskern wiederbelebt werde. Gleiches galt für Richard Kammerer, der verstehen konnte, dass die Familie endlich komfortabler wohnen möchte. "Wenn die Familie an einem anderen Platz neu baut, dann verfällt das Gebäude restlos, und wir haben eine weitere Ruine im Ort, wie das Fischerhaus, das denkmalgeschützt ist", stellte Kammerer fest.

Friedrich Janner (FW) verwies auf einen früheren Antrag der Freien Wähler, im Ortskern Baulücken zu schließen, und fand die Baupläne gut. Johann Gurdan (CSU) prangerte an, dass Weigl die Familie und die Verwaltung übergangen habe.

Dieser konterte, dass es eben in Sachen Denkmalschutz eben viele verschiedene Meinungen gebe. Er, Weigl, wolle nur erreichen, dass der Denkmalschutz die Sache prüfe. Wie die Behörde dann reagiere, sei deren Angelegenheit. Vor der Abstimmung betonte Daniela Fuhrmann (SPD), dass jedem Marktrat seine eigene Meinung zustände. Deshalb werde die SPD diesmal nicht geschlossen abstimmen. Mit einer Gegenstimme von Weigl erteilten CSU, FWG und auch Fuhrmann und Manfred Klier von der SPD den Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen.

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