03.05.2018 - 20:10 Uhr
MantelOberpfalz

Silvia Klier stellt neue EU-Verordnung beim SPD-Vereinsempfang vor Datenschutz voller Tücken

Beim Vereinsempfang der SPD hob Landtagsabgeordnete Annette Karl die Bedeutung des Ehrenamts für das Ortsgeschehen hervor: "Es lebt sich gut in Mantel. Und das, meine Damen und Herren, ist vor allem Ihr Verdienst."

von Hans SeifriedProfil

Dabei müsse man sehen, wie viel Zeit und Energie Vereinsmitglieder aufwenden, um der Allgemeinheit zu dienen. Vereine seien das Gegenteil von dem, was momentan in der Gesellschaft modern sei, nämlich beleidigt in der Ecke zu stehen und sich über alles und jenes zu beklagen, gerne auch in aggressiver Form in sozialen Netzwerken.

Wie wertvoll das Ehrenamt sei, habe sich vor allem in den letzten beiden Jahren bei der Betreuung und Integration von Geflüchteten gezeigt. Karl zeigte sich froh, dass die bayerische Staatsregierung kürzlich eine von der SPD seit 2015 geforderte "Zukunftsstiftung Ehrenamt" auf den Weg gebracht habe, die vor allem kleinere Projekte fördere.

Wirtschaftsprüferin Silvia Klier gab einen kurzen Abriss über die wichtigsten Fakten der neuen Datenschutz-Grundschutzverordnung der EU, die am 25. Mai in Kraft tritt und sich auch auf die Vereinsarbeit auswirkt. Sobald Daten erhoben werden, die in Verbindung zu einer natürlichen Person gebracht werden können - sogenannte personenbezogene Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, Kfz-Kennzeichen, IP-Adresse - ist die neue EU-Datenschutzordnung anzuwenden, unabhängig davon, ob die Daten in einem IT-System verarbeitet werden oder ob handschriftliche Aufzeichnungen geführt werden. Da jeder Verein eine Mitgliederliste führt, sei er somit auch betroffen.

Die Verordnung will laut Referentin Grundrechte schützen. Deshalb müsse sofort bei der erstmaligen Erfassung personenbezogener Daten eine Einwilligung zur Datenverarbeitung eingeholt werden, und es müsse Auskunft gegeben werden über die Zwecke, die mit der Datenverarbeitung verfolgt werden sowie an welche Empfänger die Daten eventuell weitergeleitet werden.

Auch auf die Dauer der Speicherung und die Rechte der Betroffenen sei in der Datenschutzerklärung hinzuweisen. Selbst wenn die Informationen bei einem Manteler Verein im Regelfall überschaubar seien, so müssten gleichwohl die Einwilligungen eingeholt und die Datenschutzerklärung ausgearbeitet werden, wenn man Bußgelder oder die sogenannten Abmahnvereine vermeiden wolle. Besondere Herausforderungen stellten dabei Webauftritte und Facebook-Seiten dar, der Newsletterversand und die Weiterleitung der Mitgliederdaten an einen Dachverband.

In der Diskussion bemängelten die Vereinsvertreter unisono, dass Vereine mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand belastet würden, wo es ohnehin oft schwierig genug sei, Mitglieder für eine Vorstandstätigkeit zu gewinnen. Verschiedene Dachverbände böten jedoch bereits Mustervorlagen und Hilfen für ihre Mitgliedsvereine an, so dass die einzelnen Organisationen entlastet werden würden.

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