21.02.2018 - 16:38 Uhr
Mantel

Wasserzweckverband Mantel-Weiherhammer besteht 60 Jahre Wasser für 6000 Bürger

Gemeindeeigene Brunnen, Steinwaldgruppe, Hochbehälter - woher kommt eigentlich für die Gemeinden Mantel und Weiherhammer das Trinkwasser? Der Wasserzweckverband kümmert sich seit 60 Jahren um die Versorgung der mittlerweile gut 6000 Bürger. Jährlich fließen 470 000 Kubikmeter Wasser durch die Leitungen der beiden Kommunen.

Faszinierend ist, wie vom Zweckverband gezeigt, wie günstig doch im Vergleich zu anderen Getränken ein Liter gutes Trinkwasser ist.
von Eva SeifriedProfil

Mantel/Weiherhammer. Am Sonntag jährt sich die Gründung des Zweckverbands Mantel-Weiherhammer zum 60. Mal. "Den Geburtstag nützen wir für einen kleinen Rückblick," sagen Vorsitzender, Bürgermeister Stephan Oetzinger, und sein Stellvertreter, Kollege Ludwig Biller aus Weiherhammer.

Am 25. Februar 1958 stimmen im ehemaligen Manteler Wirtshaus "Parol" der damalige Manteler Marktrat sowie der Gemeinderat aus Weiherhammer unter den Bürgermeistern Josef Janner (Trautner) aus Mantel und Nickl (Weiherhammer) einstimmig der Gründung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Gemeinden zu. Die erste Sitzung findet noch am selben Tag statt. Vorsitzender wird der damalige Manteler zweite Bürgermeister Albert Janner, sein Stellvertreter Max Hautmann aus Weiherhammer.

Büro im Wohnzimmer

Erster Wasserwart, damals noch ehrenamtlich, ist Hans Pröls, der dieses Amt schon 1959 wieder abgibt. Sein Nachfolger Karl Seiser ist der erste fest angestellte Mitarbeiter des Zweckverbandes und bis 1979 für den Wasserversorger tätig.

1965 kommt es zum Wechsel an der Spitze: Für den aus Altersgründen zurückgetretenen Janner kommt Hans Schwab, der dieses Amt über 35 Jahre mit großem Engagement ausübt. In die Amtszeit von Schwab, der die Verwaltung des Zweckverbandes - mit Ausnahme der Kassengeschäfte - in seinem Privathaus in der Rosenstraße abwickelt, fallen die Erschließung mehrerer Baugebiete in den beiden Verbandsgemeinden.

Zudem die Erschließung des Gewerbegebiets Weiherhammer-Süd mit dem Anschluss an die Steinwaldgruppe zur Versorgung des Pilkington-Werks, bei der insbesondere der damalige Weiherhammerer Bürgermeister Georg Härning (1977 bis 1996 stellvertretender Verbandsvorsitzender) federführend ist. Seit der 1980er Jahre hat der Zweckverband mit einer erhöhten Nitratbelastung der Brunnen I und II zu kämpfen. Auf Anraten vom Wasserwirtschaftsamt Weiden wird ab 1987 mit der Suche eines neuen Brunnenstandorts im Lindach begonnen. Anfang der 90er Jahre geht dort der Tiefbrunnen IV ans Netz.

Zum Jahrtausendwechsel steht ein weiterer Umbruch an: Schwab gibt den Vorsitz ab. Nachfolger wird der damalige Manteler Bürgermeister Josef Wittmann. Zugleich geht die Verwaltung des Zweckverbandes auf die Marktgemeinde Mantel über. Unter der Regie von Wittmann und dessen Stellvertreter, dem Weiherhammerer Bürgermeister Werner Windisch, fällt die Entscheidung zum Neubau des Hochbehälters, die 2004/05 realisiert wird. Zudem erweitert sich das Verbandsgebiet um Steinfels und Trippach.

Zu viel Uran

2012 steht mit dem Ausscheiden von Wittmann aus dem Amt des Bürgermeisters ein erneuter Stabwechsel an: Sein Nachfolger in beiden Positionen wird Oetzinger. Im Zuge der Kommunalwahl 2014 wird die Zahl der Verbandsräte von 20 auf 11 reduziert, stellvertretender Vorsitzender wird der neue Weiherhammerer Bürgermeister Biller.

Da der Zweckverband wegen eines erhöhten Uran-Werts im Wasser aus dem Tiefbrunnen III in einen Versorgungsengpass gerät, und zudem die Nitratproblematik der Brunnen I und II fortbesteht, entschließt sich die Verbandsversammlung nach fachlicher Beratung zur Schließung der Brunnen I, II und III sowie zum Bau einer weiteren Anschlussleitung (Nordverbund) an die Steinwaldgruppe. Sie speist durch eine 4,5 Kilometer lange Leitung Wasser in den Hochbehälter am Kellerhaus ein.

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