14.08.2017 - 10:56 Uhr
MantelOberpfalz

Ambulant Betreutes Wohnen verzögert sich weiter Per Lift zur Baugenehmigung

Das Gras wuchert, Insekten surren zwischen den Halmen hin und her. Mehr Bewegung gibt es nicht auf dem ehemaligen Festplatz. Dabei sollte dort längst der Bau eines Ambulant Betreuten Wohnens begonnen haben.

Bald sollte auch die letzte Hürde für die Baugenehmigung eines Seniorendomizils auf dem ehemaligen Festplatz genommen sein. Die Bauherren lassen aber offen, wann es zum Spatenstich kommt. Inzwischen holt sich die Natur das Gelände ganz langsam zurück. Bild: sei
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Eigentümer der Fläche, das Ehepaar Hans und Susanne Reichl aus Kaltenbrunn, wollten erst im Frühjahr, dann im Juli damit beginnen, ein Seniorendomizil mit zwölf Plätzen in Gasbetonbauweise hochzuziehen.

Inzwischen ist August, und es wird sich wohl auch die nächsten Wochen nichts rühren. Zunächst hakte es am Brandschutz. Diese Auflagen sind mittlerweile erfüllt. Nun müssen die Reichls klären, welchen Lift sie einbauen lassen, um behinderte Menschen im Obergeschoss unterbringen zu können. Laut Auskunft des Landratsamts hatten die Kaltenbrunner zunächst gar keinen Aufzug in den Plänen vorgesehen.

Die Behörde informierte Planer Hans Rettinger im April, dass in diesem Fall nur gehfähige Personen im Obergeschoss untergebracht werden dürften. Das ist bei einem Haus für Senioren allerdings kaum sinnvoll. Ein angedachter Treppenlift mit Stuhl reiche zur Barrierefreiheit laut der Obersten Baubehörde, der Regierung der Oberpfalz, nicht aus. Reichl entschied sich daraufhin, einen Plattformlift einzubauen. Das ist eine Art Treppenlift am Geländer, nur eben mit einer Plattform statt eines Stuhls. Dazu müsste er geänderte Baupläne vorlegen, über die ebenfalls die Regierung befindet. "Auf diese Pläne warten wir noch", sagt Landratsamtssprecherin Claudia Prößl.

Im Juli teilte Planer Rettinger dem Amt mit, dass sich der Bauherr nun für eine andere Art des Plattformliftes entschieden habe. Dieser habe eine Plattform mit Geländer und fahre senkrecht, also nicht am Treppengeländer entlang und erfülle damit die Kriterien der Barrierefreiheit.

Folglich wäre die Genehmigung möglich, sobald dieser Lift eingezeichnet ist. Warum das noch nicht geschehen ist, liegt laut Hans Reichl an zwei Gründen. Zum einen sei er mit einer leichten Form der Hirnhausentzündung FSME im Juni und Juli sechs Wochen außer Gefecht gewesen, zum anderen erreiche er Planer Rettinger kaum. Einen Fahrplan, wann es in Mantel endlich losgeht, will er nicht mehr nennen. "Ich habe ziemlich die Nase voll."

Reichl gibt zu, schon mal darüber nachgedacht zu haben, den Grund dem Markt Mantel zurückzugeben und stattdessen in Ungarn oder andernorts in Osteuropa eine Seniorenwohnanlage zu bauen. Da die deutsche Pflegekasse und die Sozialämter dort für Deutsche weder Pflegegeld noch Grundsicherung zahlen, habe er diese Pläne jedoch bald wieder aufgegeben.

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