26.01.2018 - 20:10 Uhr
MantelOberpfalz

Jetzt soll es April werden Immer noch kein Baubeginn für Seniorendomizil

Angeblich laufen sich die Starkbierredner schon warm. Sie wollen sich über das geplante Seniorenheim auf dem ehemaligen Festplatz lustig machen. Der Baubeginn war mehrfach angekündigt, doch noch ist auf dem Gelände kein Halm gekrümmt. Der Investor nimmt's gelassen und nennt gleich den nächsten Termin.

So soll das neue Manteler Seniorendomizil am ehemaligen Festplatz von Nordosten her aussehen. Die Frage ist nur, wann es etwas zu sehen gibt. Markant könnte das 60 Quadratmeter große Glasdach werden. In der Decke zum Obergeschoss sollen 50 Quadratmeter Fußboden aus Glas dafür sorgen, dass Licht vom Glasdach bis ins Erdgeschoss dringt. Grafik: Rettinger
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Im April soll es mit den Erdarbeiten losgehen", sagt Hans Reichl. Er plant ein Ambulant betreutes Wohnen mit zwölf Einheiten. So ähnlich klang das aber bereits im Frühjahr und im Sommer 2017. Passiert ist seitdem nichts. Erst fehlte die Baugenehmigung wegen eines speziellen Lifts, doch im September gab das Landratsamt grünes Licht.

Daraufhin wollte Reichl noch im Spätherbst 2017 zunächst das Nebengebäude in den Ausmaßen 13 mal 13 Meter hochziehen. Darin sollten Geräteschuppen, Waschküche und Technikraum Platz finden. Auch die Baggerarbeiten für die Versorgungsleitungen waren vorgesehen.

Die Verzögerungen geraten nun ins Visier der Faschingsnarren und Starkbier-Mönche. Reichl nimmt's sportlich. "Was die Leute reden, hat mich noch nie interessiert, deswegen lasse ich mich nicht hetzen." Doch woran hapert es? "Die Statik ist noch nicht fertig." Der Planer sei bis über beide Ohren ausgelastet. Doch allzu lange könne es nicht mehr dauern. Dann käme - wie angekündigt - das Nebengebäude dran, danach würden das Fundament für das Haupthaus erledigt, eine 100-Kubikmeter-Zisterne gebaut und Betondecken für das Haupthaus erstellt.

"Heuer wird es eng mit dem Einzug, aber vielleicht schaffen wir es", blickt Reichl nach vorn. Den Rohbau lässt er in Eigenregie erstellen. Die Bauarbeiter dazu stellt er über seine Frau ein. Das Gebäude in Gasbetonbauweise soll "ohne sündteure Firmen" in die Höhe wachsen. Allerdings hat der Investor schon Kontakt zu einem Manteler Maler. Gas und Wasser soll ein Bekannter aus Dresden anschließen.

Zudem schaut sich Reichl, der in Kaltenbrunn ein ähnliches Haus betreibt, im Ausland nach Unterstützung um. "Wir machen mit unserem Pflegedienst in Budapest ein Büro auf." Dieser Stützpunkt könnte neben Pflegekräften auch Handwerker für das Manteler Projekt in die Oberpfalz lotsen.

Hintergrund: "Gute Leute für die Pflege zu finden, ist schwer, der Markt ist leergefegt." Kliniken würben qualifizierte Kräfte gleich nach der Ausbildung ab und zahlten an 19-Jährige bis zu 3000 Euro. "Da sind wir bei uns im Bereich der Pflegedienstleiter mit 15 Jahren Berufserfahrung", stöhnt Reichl. Manchem hilft in so einer Situation ein Schluck Starkbier.

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