Gastspiel des Marionettentheaters Dombrowsky
Museum lässt die Puppen tanzen

Das Wandermarionettentheater Dombrowsky gastiert am 4. Februar im Egerland-Kulturhaus Marktredwitz und zeigt zwei Aufführungen. Bild: exb
Freizeit
Marktredwitz
12.01.2018
26
0

"Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht!" Diesem Wahlspruch des Marionettentheaters Dombrowsky folgt das Egerland-Museum und bietet einen kurzweiligen Nachmittag.

"Alte Marionetten aus Böhmen": Zu sehen ist diese einzigartige Ausstellung mit vielen historischen Marionetten und Bühnen im Egerland-Museum. Bisher sind die Marionetten noch stumme Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Das ändert sich nun: Am Sonntag, 4. Februar, gastiert das traditionelle Wandermarionettentheater Dombrowsky im Egerland-Kulturhaus Marktredwitz. Gezeigt werden zwei Aufführungen: Das alt bekannte Märchen "Hänsel und Gretel" und das legendäre Heimatdrama "Karl Stülpner - der Rebell des Erzgebirges". Das Marionettentheater Dombrowsky lädt ein, zu schauen und zu hören, zu lachen und zu weinen und sich verzaubern zu lassen vom Spiel der Figuren.

Ab vier Jahren

Um 14 Uhr ist "Hänsel und Gretel" (Spieldauer 55 Minuten, ab vier Jahre) zu sehen: Die Zeiten sind hart. Kein Mehl, kein Fett, keine Kartoffeln und das Brot wird auch knapp. Schweren Herzens entschließen sich die Eltern, ihre Kinder Hänsel und Gretel im Wald zurückzulassen. Sie hoffen auf eine gute Fee, die die Kinder beschützen möge. Die Kinder irren durch den Wald. Sie geraten immer tiefer hinein, bis sie vor dem Pfefferkuchenhäuschen der Hexe stehen. Die Hexe bringt die Kinder in ihre Gewalt. Hänsel wird fett gefüttert und soll gebraten werden. Doch Hänsel und Gretel haben einen listigen Plan...

Das Heimatdrama "Karl Stülpner - der Rebell des Erzgebirges" (Spieldauer 60 Minuten) ist um 17 Uhr zu erleben. Karl Stülpner (1762 bis 1841) - aus ärmlichen Verhältnissen - war es nicht vergönnt, eine Anstellung als Förster zu bekommen, obwohl der Graf von Einsiedel auf Scharfenstein dem jungen Karl diese Stelle einst versprochen hatte. Sein trotziger Widerstand gegen die Obrigkeit brachte ihm lebenslang Verfolgung und Intrigen ein. Als Wildschütz und Rebell lebte er in den Wäldern des Erzgebirges und führte den Kampf um Recht und Gerechtigkeit auf seine Weise. Zahllose Episoden und Erlebnisse wurden im Volk erzählt und fanden Eingang in Bücher und Theaterstücke. Nicht zuletzt die Wandermarionettentheater machten die Stülpner-Legenden bis in die entlegensten Winkel Sachsens bekannt.

Nach historischen Vorlagen

Das Marionettentheater Dombrowsky zeigt die Stülpner-Legenden in der Art der Wandermarionettentheater, bearbeitet nach historischen Textvorlagen und der Heimatchronik von Scharfenstein, begleitet von Originalaufnahmen des Erzgebirgischen Volkssängers Anton Günther (1876 bis 1937). Die Eintrittspreise: Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen fünf Euro (Vorverkauf vier Euro), Erwachsene zehn Euro (Vorverkauf acht Euro). Vorverkaufsstellen: Egerland-Museum (Kasse 1. OG), Buchhandlung Budow, Tourist-Information Marktredwitz. Wegen der begrenzten Anzahl der Sitzplätze wird eine telefonische Reservierung unter 09231/3907 oder eine Eintrittskarte im Vorverkauf empfohlen.

100 Jahre FamilientraditionMax Kressig gründete im Jahr 1900 sein eigenes Marionettentheater. Seine Vorfahren waren Marionettenspieler und Seiltänzer. Gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth startete Kressig zu Beginn des Ersten Weltkrieges mit einem Wandermarionettentheater in Thüringen. Dieses wurde zu einer der bedeutendsten Wanderbühnen Mitteldeutschlands. Die qualitativen Kulissen schuf der Theatermaler Richard Hartmann aus Chemnitz. Die Vorstellungen fanden zeitweise im eigenen Theaterzelt statt. 1953 musste das Theater aufgrund der sozialistischen Kulturpolitik stillgelegt werden. Der Enkelin von Max Kressig gelang es mit ihrem späteren Ehemann Kurt Dombrowsky, das Theater 1953 in Engertsdorf im Landkreis Altenburger Land in Thüringen wiederzueröffnen. Sie führten den Betrieb bis 1994 weiter und bereisten in dieser Zeit 650 Gastspielorte. Seit 1980 setzen Evelyn und Uwe Dombrowsky die Tradition dieses Wandermarionettentheaters fort. Schritt für Schritt wurde das riesige Repertoire der Vorfahren erschlossen und aufgeführt. Bisher wurden auf ihren Tourneen rund 600 Gastspielorte mit dem Wohnwagen erreicht. Schließlich ist im Komödiantenhof in Engertsdorf im Landkreis Altenburger Land in Thüringen eine Begegnungsstätte mit den vielfältigen Facetten des Wandermarionettentheaters entstanden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.