31.08.2017 - 20:00 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Sonderausstellung bis 5. November verlängert Weißes Gold aus dem Egerland

(exb/fph) Als im Egerland zu Beginn des 19. Jahrhunderts reiche Bodenschätze wie Kaolin, Ton und Braunkohle entdeckt wurden, entwickelten sich Orte wie Schlaggenwald, Pirkenhammer oder Altrohlau zu großen Porzellanmetropolen. Darüber informiert die Sonderausstellung "Das weiße Gold des Egerlandes". Das Egerland-Museum zeigt prächtige Exponate, die nun bis zum 5. November (Verlängerung) zu sehen sind. Geöffnet ist die Sonderausstellung Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Eines der wertvollsten Stücke in der Sonderausstellung des Egerland-Museums ist das "Gedenkbuch Hotel Holzer Franzensbad". Bild: exb
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Die ersten Schritte in der Geschichte der Egerländer Porzellanindustrie wurden bereits 1789 in Rabensgrün und 1793 in Schlaggenwald gemacht. Danach folgten Manufakturen in Klösterle im Jahr 1794, in Pirkenhammer und Gießhübel 1803, in Dallwitz 1804 und in Chodau 1811, berichtet das Egerland-Museum. Viele dieser Betriebe begannen zunächst mit der Produktion von Steingutwaren, da es noch keine Genehmigung zur Herstellung von Porzellan gab. Als im Jahr 1811 schließlich die amtliche Aufforderung zur Gründung von Porzellanbetrieben im Egerland erteilt wurde, folgten die ersten Firmengründungen in Altrohlau 1812 und Elbogen 1815.

Jugendstil-Porzellan

Die Ausstellung "Das weiße Gold des Egerlandes" entführt in die böhmische Porzellan- und Bäderwelt des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Wie edel man damals speiste oder sich zum Kaffee niederließ, kann man am aufwendig gestalteten Jugendstil-Porzellan sehen, das aus der Sammlung des Ingolstädters Kurt Rödig stammt. Der gebürtige Egerländer aus einer Altrohlauer Porzellinerfamilie widmet sich in seiner Sammlertätigkeit besonders dem Porzellan aus seiner Heimat.

Weiter nach Karlsbad geht die Reise, nämlich zur Trinkkur und den dazugehörigen Sprudelbechern aus Porzellan, die sich im 19. Jahrhundert zum geschätzten Souvenir entwickelten. Rund 150 dieser Becher hat die Münchnerin Editha Becher gesammelt. 80 davon sind in Marktredwitz zu sehen - von den bauchigen der Anfangszeit bis zu späteren flacheren mit Trinkschnabel.

Monarchen und Adelige

Nicht aus Porzellan, aber eines der wertvollsten Ausstellungsstücke im Bestand des Egerland-Museums ist das "Gedenkbuch Hotel Holzer Franzensbad", dessen Ersteintrag aus dem Jahr 1884 stammt. In dem gediegenen Gästebuch haben sich 413 Monarchen, Adelige und wohlhabende Bürger verewigt - vom Fürsten zu Schwarzenberg-Rudolstadt bis zu einer afghanischen Prinzessin. Erstmals wird das Gedenkbuch aus dem Hotel Holzer der Öffentlichkeit präsentiert. Wie das Hotel Holzer ausgesehen hat, das kann man auf einem der ebenfalls ausgestellten historischen Plakate sehen.

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