Dr. Robert Grötschel referiert über bedeutende Familie Leopold
Historischen Figuren ein Gesicht geben

Mit Robert Grötschel (links) ging die historische Vortragsreihe in die Sommerpause. Vorstandsmitglied Friedrich Haubner (rechts) bedankte sich für die vielen Informationen über die frühere Bürgermeisterfamilie. Bild: wro
Kultur
Marktredwitz
10.07.2017
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Mit seinem Referat gab der Historiker Dr. Robert Grötschel (Bild) der Familie Leopold ein Gesicht. Der Vortrag im Meister Bär Hotel stieß auf gewohnt großes Interesse. Bild: wro

Die Leopoldstraße hat wohl jeder Besucher der Stadt schon mehrmals befahren, Und das historische Rathaus mit seinem Torbogen und Leopolds Friedensgebet daneben ist Blickfang beim Bummel durch die Altstadt. Aber wer war eigentlich dieser Leopold?

Aufschluss darüber gab ein Vortrag beim "Historischen Club" im "Meister Bär"-Hotel. Gemeinsam mit dem in Selb beheimateten Historiker Dr. Robert Grötschel gelang es dem auf historischem Gebiet arbeitenden Verein, nicht nur dem einstmaligen Gemeindeoberhaupt, sondern auch der späteren Familie Leopold ein "greifbares" Gesicht zu geben.

Dreißigjähriger Krieg

Georg Leopold (1603 bis 1676) war seinerzeit Bürgermeister des damaligen Marktes Redwitz. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort - wie viele im Land - unter den plündernden Soldaten. Gemeinsam mit den Stadtvätern gelang es dem Bürgermeister, dass der Ort wenigstens vom Feuer verschont blieb. Ebenso bewirkte Georg Leopold, dass wenige Jahre nach den schrecklichen Kriegs-Ereignissen die evangelische Religionsausübung wieder möglich wurde. Unter seiner Mitwirkung wurde der Markt von Handelsschranken befreit und konnte als Insel zwischen Kurbayern, Brandenburg-Bayreuth und Böhmen wirtschaftlich überleben. Als Grundlage für den von Dr. Grötschel geleiteten Vortrag diente unter anderem die von Georg Leopold verfasste Haus-Chronik, in der auch bedeutende Ereignisse, die sich in der Region abspielten, penibel festgehalten wurden.

Der Referent hatte sich intensiv mit der Geschichte der Redwitzer Familie Leopold auseinandergesetzt. In seinem Vortrag beschrieb er schlaglichtartig das weite Umfeld, in dem sich die Familie und deren Nachkommen seit Beginn des 17. Jahrhunderts bewegte und deren Einfluss weit über den kleinen Markt hinaus reichte. Rund 150 Jahre lang lenkte die Familie Leopold die Geschicke des Marktes Redwitz. Schließlich erlosch ihr einst bedeutsamer Stern.

Eigene Internetseite

Grötschel machte sich den Abend im Festsaal nicht leicht. Detailverliebt versuchte er ein Bild der Familie Leopold zu zeichnen, aus der Männer unterschiedlichster Berufsrichtungen, aber auch gut verheiratete Frauen hervorgingen. Namen, Daten und Fakten ließ er ebenso einfließen wie zeitgenössische Dokumente und Kupferstiche. Immer wieder durchleuchtete der Referent interessante Aspekte, beantwortete gerne auch Fragen. Bereits im Vorfeld des vom "Historischen Club" angeregten Vortrages hatte Grötschel, gemeinsam mit dem Marktredwitzer Pfarrer Christoph Schmidt viele Informationen zusammengetragen, um sie zeitgemäß auch auf einer Internetseite (www.buergermeister-leopold.de) aufbereiten den Zuhörern nahebringen zu können.

Man habe die Familie Leopold näher kennenlernen dürfen, bedankte sich der Sprecher des Clubs, Hermann Meier, beim Referenten. Gleichzeitig verwies Vorstandskollege Friedrich Haubner auf die folgende Sommerpause. Weiter geht's im Oktober, das Programm ist bereits in Vorbereitung.

"Ach Gott gieb Fried"1642 gestaltete Bürgermeister Leopold das berühmte Friedensgebet, das er in Stein hauen ließ und das noch heute am Torbogen des historischen Rathauses zu sehen ist: "Ach Gott gieb Fried, welcher ernehrt undt steür dem Krieg, der alls verzehrt. Zerbrich die Schwertt, Spieß Bogn und Pfeil, gib unß hie Fried, dort Ewigs Heyl."
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